Die neuesten Style-Kolumnen von Mahret Kupka gibt's nun hier in der Rubrik Blog
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MEIER-Stil-Check: I love L.A.
Paris, New York, Tokio – Mahret Kupka weiß, was in Sachen Mode, Fashion und Style den Globus bewegt und berichtet in ihrem vielgelesenen Blog fnart.org und für MEIER aus der kleinen und großen Modewelt. Gerade war sie in Los Angeles.
Ein Liebesbrief an eine Stadt, einen Moloch, der so vielen ein Graus ist. Glitter, Glamour, Silikon, gerichtete Nasen, aufgespritzte Lippen und oberflächliche Affektiertheit. Hier kriegt man von all dem vielleicht ein bisschen mehr als im Rest der USA. But honey, there’s more to this city than that.
Jeden Sonntag trifft sich die junge Hipster Crowd zum One-Dollar-Sale in Hollywood auf der La Brea Avenue, um in riesigen Säcken zu stöbern, die bis zum Rand mit Secondhand-Polyester- Ungetümen gefüllt sind. Wahre Juwelen sind da zu finden, die man für einen Dollar das Stück nach Hause tragen darf. Ein bisschen so wie in Berlin-Mitte ist das. Alle Menschen sind jung, schön und machen irgendwas Kreatives. Nur dass hier der Himmel blau ist und die Sonne strahlt. Genauso wie die Leute selbst. Keiner trägt hier dicke Sonnenbrillen, um cooler zu wirken – ohne geht es einfach nicht, weil es so hell ist. Cool ist man einfach. Punkt.
Und möglich ist vieles: Bryan, Deutsch-Amerikaner aus Stuttgart, hat zum Beispiel gerade ein bisschen Deutschland nach L.A. gebracht. „Weltenbürger“ heißt sein Laden, in dem es neben ausgewählten Vintagestücken auch Mode junger Berliner
Designer zu kaufen gibt. Überhaupt: Sie ändern sich ständig, die Dinge in L.A. Auch der eigene Körper. Eine Botox-Spritze ist so alltäglich wie der Zahnarztbesuch und angesichts der perfekt geformten Brüste der American Apparel-Mitarbeiterinnen kommt man sich als unoperierter Tourist fast unerträglich natürlich vor. Aber auch die Stadt erfindet sich immer wieder neu: In Los Feliz an der Grenze zu Silverlake haben sich vor Jahren noch rivalisierende Straßengangs
Schießereien geliefert. Mittlerweile schlendern hier Mädchen in kurzen Röcken ins hippe Umami, L.A.s Burgerladen No. 1. Und war das da eben nicht Justin Timberlake? Ach L.A., du Stadt der Engel ...
Mahret Kupka
Mehr von Mahret auf www.fnart.org. Mehr von Weltenbürger auf www.weltenbuerger.org
MEIER-Stil-Check: Der Fashion-Rucksack
Muss man eigentlich jeden Fashion-Firlefanz mitmachen? Man muss nicht, aber man kann. Wir verraten, wann es sich lohnt – und wann nicht. Diesmal: der Fashion-Rucksack.
Rucksäcke waren bisher nur etwas für Touristen. Sie sind praktisch, ergonomisch und lassen sich so schön füllen mit Stadtplänen, Thermoskannen und Butterbroten. In den 90er Jahren hatten sie mal ein kurzes modisches Hoch jenseits des Klassenzimmers – als Handtaschen-Ersatz im Miniformat waren sie dann aber schnell wieder verpönt. Wie vermeintlich andere praktische Dinge aus dem Modealltag. Weiße Tennissocken in Sandalen zum Beispiel. Die werden ihren Weg auf die Laufstege hoffentlich nie wirklich finden. Der Rucksack tut es gerade.
Vorreiter in Sachen Rucksack-Coolness ist aktuell der ehemalige Sporttaschenhersteller Eastpak. Das niederländische Unternehmen kooperiert seit kurzem mit Vertretern der High Fashion und hat nur ein Ziel: Der Rucksack muss zurück auf den Rücken der Modeverrückten dieser Welt. Der Belgier Raf Simons hat das in seiner Pariser Fashionshow im Sommer 2009 schon einmal auf die Spitze getrieben. Er ließ seine Models überdimensionale Seesäcke in poppigen Farben schleppen. Die Modemeute tuschelte: Müssen wir jetzt alle wieder zum Backpacker werden? Oder uns gar ganz businesslike á la 90er mit aggressiv kastenförmigem Suit und sportlich praktischem Säcklein austatten? Immerhin wären dann die Tage der LKW-Plane-Umhängetaschen endlich gezählt.
Selten ist ein Modetrend auch gesundheitlich so unbedenklich wie das Rucksack-Revival: höchste Bewegungsfreiheit, gut für den Rücken. Also alles ganz vernünftig – und eben auch genau das Problem. Zumindest was die direkte Umsetzung auf der Straße betrifft. Fashion plus Gesundheit plus Praktikabilität? In 100 von 100 Fällen schließt sich das aus. Der Rucksack-Trend ist also eher schwer zu schultern und wohl von kurzer Lebensdauer. Es scheint, die Tourimassen dieser Welt werden den Hipsterstatus nie erreichen. Zumindest bei den Deutschen kann das aber auch an weißen Socken liegen.
Mahret Kupka
Mehr von Mahret gibt's hier www.fnart.org und www.modebeitrag.de.
MEIER-Stil-Check: Männer in Strumhosen
Muss man eigentlich jeden Fashion-Firlefanz mitmachen? Man muss nicht, aber man kann. Wir verraten, wann es sich lohnt – und wann nicht. Diesmal: die Strumpfhose für den Mann.
Meine Damen, stellen Sie sich vor: Sie sitzen in einer schicken Bar am Tresen. Neben Ihnen lehnt ein unwahrscheinlich umwerfender Mann. Strahlendes Lächeln, leuchtende Augen. Er ist gepflegt, gut trainiert. Als Sie beschließen, in eine andere Bar zu wechseln, gleitet beim Gehen Ihr Blick über seine muskulösen Schultern zum knackigen Po. Grrrr! Dann weiter über die Beine zu den Füßen – die in glänzenden Strumpfhosen und Sandalen stecken. Hä?!!
Na ja, geht‘s nach Modegurus wie Marbille, Les Hommes oder Givenchy schmiegt sich um drahtige Männerbeine bald hautenges Beinkleid. Geradewegs vom Laufsteg scheint Ihre Eroberung also gefallen zu sein. Besser macht es sein „Untenrum“ dennoch nicht.
Bevor Sie jetzt aber kopfschüttelnd und völlig abgetörnt denken, dass diese verrückten Designer mal wieder nichts lieber tun, als uns mit komplett alltagsuntauglichen Klamotten zu ärgern, haben Sie ein Herz: Herrenmodedesigner sind auch nur Menschen und haben es nicht leicht, wollen sie innovativ sein. Grundlage eines jeden Männerkleiderschrankes ist schließlich der Anzug. Hose, Jackett, Weste. Fertig. Keine große Schau kommt ohne dieses Trio aus. Jede Saison das gleiche Bild.
Während Ihre Eroberung also Pioniergeist beweist, scheinen Laufsteg und Bürgersteig was Männer betriftt generell weiter voneinander entfernt zu liegen. Weiter jedenfalls als bei den Vertreterinnen des anderen Geschlechts. Die sind da pflegeleichter und lassen sich gerne mal flache Ballerinas, Plateaupumps und nackte Beine zu Minusgraden diktieren.
Was aber diktieren Sie Ihrem metrosexuellen Barhelden in Strumpfhosen? Sehr einfach: Schnell mit nach Hause und Strumpfhose aus! Und dann freuen Sie sich bitte, einen Mann gefunden zu haben, mit dem man über Mode diskutieren kann und hoffen, dass der nächste Innovationsschub in puncto Männermode wieder alltagsverträglicher ist.
Mahret Kupka
Mehr von Mahret gibt's hier www.fnart.org und www.modebeitrag.de.












