Robert Treutel im MEIER-Exklusiv-Interview

Foto: Sonja Gutschera

Telefonscherze haben Robert Treutel bekannt gemacht – als Bodo Bach. In seinem aktuellen Programm „... und ... wie war ich?“ verzichtet der Hesse aber auf Telefonanrufe und erzählt stattdessen ausführlich von seinem Privatleben. Im Juli war er anlässlich des Kultursommers in Weinheim zu Gast. Im MEIER-Interview spricht Bach über Wasserbetten, Bierflecke und Sex.

Meier „... und ... wie war ich?“ heißt das aktuelle Programm. Denken da viele nicht gleich an ein bestimmtes Thema?

Bodo Bach Klar, die meisten denken, dass es nur um Sexgeschichten und schmutziges Zeug geht. Aber im Programm geht es um mich, es geht um mein Leben, um meine Biografie. Ich bin jetzt 50 Jahre und 56 Monate alt. „... und ... wie war ich?“ ist ein Titel, der wunderbar als Überschrift für mein Leben passt. Was bisher passiert ist, wo ich stehe und was noch kommt – das sind die Inhalte meines Programms.

Meier Die meisten verbinden Bodo Bach wohl vor allem mit Telefonanrufen. Aber die wird es diesmal nicht geben, oder doch?

Bach Nein, die Zeiten sind erstmal vorbei. Das war lange sehr schön, aber irgendwann muss auch mal gut sein. Ich erzähle jetzt zwei Stunden lang auf der Bühne. Das ist natürlich auch für das Publikum erstmal neu. Trotzdem sagen viele, die das neue Programm schon gesehen haben: Ach, hätten wir gar nicht gedacht, dass das so lustig ist.

Meier Sie haben es angedeutet: Im Programm geht es unter anderem ums Private. Auch um Ihren Sohn.

Bach Genau. Rüdiger. Er wird bald 38. In 13 Jahren. Und er lebt immer noch zu Hause – das berühmte Thema „Hotel Mama“. Es geht aber auch um meine liebe Frau, mit der ich seit 25 Jahren verheiratet bin. Wir haben eine Wohnungsrenovierung hinter uns.

Meier Worauf legt ein Mann bei einer Renovierung oder Wohnungsumgestaltung keinen Wert? Haben Sie einen Tipp für Frauen? Was könnten die sich im Grunde von vornherein sparen?

Bach Vor allem: Übervorhänge. Wir hatten vorher hellblaue, jetzt beige-braune. Wahrscheinlich, damit ich mich schon mal so langsam an die Erdfarben gewöhnen kann. Oder: Wasserbetten. Wir hatten früher ein sehr schönes Ehebett, jetzt haben wir ein Wasserbett. Viele schwärmen ja, aber ich find’s furchtbar. Das Bett ist sehr laut, es blubbert ständig, weil ich mich oft drehe. Ich war jetzt auch schon dreimal im Laden und hab‘ gefragt, ob’s das auch mit stillem Wasser gibt. Oder ein anderes Beispiel: Ein Bierfleck auf dem Sofa. Nur, weil man bei der Fußball-WM eine Dose Bier verschüttet hat, muss man nicht gleich ein neues Sofa kaufen. Ich spreche natürlich von der WM ’74.

Meier Auf Ihrer Homepage steht in einem Fragebogen: „Welche Themen inspirieren Bodo?“ Die Antwort lautet: „Alles, was um mich herum passiert. Was ich selbst erlebe ... also, alles außer Sex.“ Gilt das noch?

Bach Ah, das hab‘ ich da vor zwei Jahren reingeschrieben, aber jetzt im Alter gilt das nicht mehr. Jetzt spreche ich auch über Sex. In der heutigen Zeit kann man dem Sex sowieso nicht mehr aus dem Weg gehen. Wo du auch hinguckst, überall rennen nackige Leute rum. Selbst beim Gottschalk auf dem Sofa, da waren die Gäste am Schluss alle nackig. Lady Gaga hatte nur noch ein Pfund Gehacktes auf dem Kopf und sonst nix. Klar, ich weiß, normalerweise spricht der Deutsche nicht so gern über Sex, da sind die Südländer etwas offener. Aber Weinheim ist ja schon fast Italien. Hab‘ ich mir jedenfalls sagen lassen. Mal gucken, ob das stimmt.

Interview: Dimitri Taube (MEIER 7/2012)

 

 

 

Kommentieren

Meine Informationen merken

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz


Kann ich nicht lesen, neues Bild bitte.


Kommentare werden umgehend geprüft und erst dann freigeschaltet.

Noch keine Kommentare zu diesem Artikel

Teilen |