Die Frau von Bernd im MEIER-Exklusivinterview

Wenn sich Männer einen flotten Dreier wünschen, sagt Lisa Feller: „Jungs, dann geht lieber zum BMW-Händler und kauft euch einen!“ Seit mehreren Jahren ist sie im Fernsehen präsent – und jetzt mit dem ersten Soloprogramm unterwegs. Das Programm heißt „Kill Bernd – aber vorher bringt er noch den Müll runter“. Im Januar spielte Feller in Mannheim. Im MEIER-Interview spricht sie über Bülent Ceylan, nervige Mütter und Eigenarten von Frauen und Männern.

MEIER: Sie kommen am 7. Januar nach Mannheim. Kennen Sie Mannheim?

LISA FELLER: Nicht wirklich. Aber ich habe sehr gute Erinnerungen an Mannheim. Im Jahr 2009 war ich beim Comedy-Festival. War sensationell. Ich bin für Cindy aus Marzahn eingesprungen, weil sie absagen musste. Für mich war es der erste Auftritt vor 3.000 Leuten. Es ist immer krass, wenn ein Top-Act absagt – und dann jemand kommt, den noch keine Sau kennt. Das Publikum hat aber super reagiert.

MEIER: Den Mannheimer Comedian Bülent Ceylan haben Sie mal als „Popstar der Comedy“ bezeichnet? Wie gut kennen Sie ihn?

FELLER: Echt? Wo habe ich das denn gesagt? Aber gut, wahrscheinlich stimmt‘s. Ich habe ihn ein paar Mal getroffen, zum Beispiel im Quatsch Comedy Club. Auch beim Comedy-Preis. Den find‘ ich super. Ein toller Kollege. Sehr sympathisch.

MEIER: Ihr Programm heißt „Kill Bernd – aber vorher bringt er noch den Müll runter“. Wer ist Bernd?

FELLER: Bernd ist mein Mann. Natürlich erzähle ich auf der Bühne nicht, was bei uns zu Hause alles los ist. Aber so ist es ja meistens in der Comedy. Man beobachtet sein Umfeld, schaut, was passiert, ändert es ein bisschen und bereitet es für die Bühne auf. Bernd ist typisch für viele Männer. Viele Frauen erkennen in Bernd ihren eigenen Mann.

MEIER: Warum „Kill“ Bernd?

FELLER: Der Titel ist angelehnt an den Kinofilm „Kill Bill“. Deshalb bin ich auch auf Plakaten mit einem Samurai-Schwert zu sehen, wie Uma Thurman auf den Filmplakaten. Aber auf der Bühne gibt es bei mir kein Gemetzel; die Männer werden nicht gekillt. Sie müssen ja noch den Müll runterbringen.

MEIER: Ein Song der Ärzte heißt „Männer sind Schweine“. Stimmen Sie zu?

FELLER: Nö. Männer sind lustig. Frauen aber auch. Und egal, ob Mann oder Frau: Alle haben ihre Eigenarten, die manchmal nervig sind.

MEIER: Welche Eigenarten meinen Sie? Zum Beispiel?

FELLER: Männer kommen immer gleich mit Lösungen, Frauen wollen erstmal drüber reden. Wenn ich zu meinem Mann sage, dass meine Strumpfhose gerissen ist, dann sagt er: Kauf‘ dir doch ‘ne neue. Eine Freundin würde sagen: Ach nee, das ist ja blöd. Herrlich. Ich will nicht sofort eine Lösung haben. Ich will erst drüber reden. Ich weiß ja selbst, dass ich mir ‘ne neue kaufen kann.

MEIER: Passen Frauen und Männer eigentlich zusammen?

FELLER: Ich weiß es nicht. Sie können nicht miteinander – aber auch nicht ohne einander.

MEIER: Sie sagen, auch Frauen können anstrengend sein, vor allem Mütter.

FELLER: Ja, nachdem ich Mutter geworden bin, habe ich festgestellt: Das Schlimmste am Kinderkriegen sind die anderen Mütter. Es kriegen ja nicht alle Freundinnen ein Kind, sondern irgendwelche Frauen, die man vorher nicht kannte. Nur: Wenn man gleichzeitig ein Kind bekommt, verbindet einen das nicht automatisch. Man wird mit Menschen zusammengeworfen, mit denen man sonst nichts zu tun hätte. Es ist so ähnlich wie in der Schule. Mit ein paar Leuten in der Klasse kann man was anfangen, mit ein paar anderen nicht.

MEIER: Was ist besonders nervig an Müttern?

FELLER: Viele reden nur noch über ihr Kind. Selbst die Tagespolitik beziehen sie aufs Kind. Sie vergessen, dass sie selbst auch noch eine Berechtigung haben, Spaß zu haben.

MEIER: Das Thema „Frauen/Männer“ ist ein beliebtes Bühnenthema. Warum eigentlich?

FELLER: Es ist das, was ich den ganzen Tag erlebe. Ich habe einen Partner, und darüber will ich etwas erzählen. Das Thema hat die Menschen schon immer interessiert. Seit Urzeiten geht es darum, wie Menschen miteinander klarkommen. Nur weil Mario Barth das Thema populär gemacht hat, ist es jetzt nicht neu. Es ist kein Modethema. Es wird immer ein beliebtes Bühnenthema sein.

Interview: Dimitri Taube (MEIER 1/2012)

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