Gangsterroman von Howard Linskey

Organisiertes Verbrechen ist viel beliebter als unorganisiertes. Bei Politikern, der Polizei, bei Gangstern und Bürgern. Wenig Reibereien, keine wilden Schießereien mit Kollateralschäden, überschaubare Preisgestaltung, klare Zahlungswege. Das ist das Geschäftsprinzip der "local gangsters" von Newcastle. Doch plötzlich wird der Cash flow empfindlich gestört, der monatliche Transfer von Schmiergeld an die großen politischen Strukturen in London bleibt aus. David Blake, der Consigliere des Newcastler Bosses, Bobby Mahoney, muss den Schlamassel aufklären, sonst hat er selbst ein finales Problem. Crime Machine heißt der Debütroman von Howard Linskey (Knaur)  – ein klassischer britischer Gangsterroman in der Tradition von Ted Lewis. Und gleichzeitig ein Beweis, dass dieses schöne Subgenre mehr kann als die Posen, mit den Ken Bruen, Allan Guthrie & Co. in den letzten Jahren dessen Spaghettisierung betrieben haben. "Crime Machine" hat nicht nur eine überzeugende Spannungsdramaturgie, die von einem leicht-beschwingten Anfang zu einem robusten Ende führt, sondern erfreut mit sarkastischen Dialogen, großartigen Gestalten und Typen, einem genauen Blick auf Land und Leute, einer abgeklärten, durchaus differenzierten Weltsicht und auf den Seiten 165 bis 169 mit der besten und präzisesten Vorlesung zum Thema: "Politik, Verbrechen, Korruption", die man sich nur wünschen kann. Ein grandioses Buch!

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