Der Berliner Comedian im MEIER-Exklusivinterview

In seinen Bühnenshows schenkt er gerne mal Sekt aus. Anfang November präsentierte Kurt Krömer im Rosengarten sein neues Programm „Der nackte Wahnsinn“ – es ist das dritte nach „Na, Du alte Kackbratze“ und „Kröm de la Kröm“. Im MEIER-Interview verrät der 36-jährige Komiker, warum er mal in Rumänien auf den Tischen getanzt hat und wie er reagiert, wenn man seine Brille klaut.

Meier Das Programm heißt „Kurt Krömer - der nackte Wahnsinn“. Auf den Plakaten für das Programm sind Sie nackt zu sehen. Kommen Sie denn auch nackt auf die Bühne?

Kurt Krömer Selbstverständlich. Das ist eine reine Nudisten-Show.

Meier Da werden sich die Mannheimer freuen.

Krömer Das glaub‘ ich auch. Was die Besucher allerdings noch nicht wissen: Sie müssen ebenfalls alle nackt kommen, sonst lass‘ ich sie nicht rein ... Aber das klären wir dann noch.

Meier Warum eigentlich nackt?

Krömer  Nackt bedeutet: Ich lasse vieles weg von dem, was man aus den Fernseh-Shows kennt, die ich mal gemacht habe.

Meier Sie meinen die schrillen, bunten Anzüge?

Krömer Ja, aber es geht nicht nur um die Klamotten. Wenn ich jetzt auf Tour gehe, gibt es auch keine Musiker. Und keine Requisiten. Ich habe beschlossen, ohne Chichi auf die Bühne zu kommen. Alles, was ich brauche, passt in eine Plastiktüte.

Meier Für die Leute, die Sie nur aus dem Fernsehen kennen: Wie dürfen die sich so einen Bühnenabend mit Ihnen vorstellen?

Krömer Ich erzähle Geschichten aus meinem Kosmos. 50 bis 60 Prozent des Abends bereite ich vor, der Rest ist Improvisation – und Interaktion mit dem Publikum. Manchmal hole ich Leute aus dem Saal auf die Bühne. Aber nur, wenn es sich ergibt. Ich will niemanden zwingen.

Meier Und wenn es sich ergibt: Was passiert dann?

Krömer Das entscheide ich spontan. Es kommt auch darauf an, wie viele Leute auf die Bühne kommen. Mal ist es einer, mal sind es zehn. In Stuttgart habe ich mal 80 Frauen auf die Bühne geholt und ihnen Sekt ausgeschenkt.

Meier Wie kommt man bei Ihnen garantiert auf die Bühne? Indem man etwas reinruft?

Krömer So hat man jedenfalls schon mal gute Chancen. Wenn einer denkt, er muss sich aus dem Fenster lehnen, dann reagiere ich natürlich darauf. Und die anderen Leute im Publikum amüsieren sich. Ob der eine aber irgendwann nochmal reinbrüllt, ist eine andere Frage ...

Meier In einer Fernseh-Show haben Sie sich mal mit dem Schriftsteller Jakob Hein spaßeshalber geprügelt. Würde das auch mit einem Zuschauer funktionieren, zum Beispiel jetzt in Mannheim?

Krömer Klar. Ich hab‘ mich ja auch schon geprügelt, als ich auf Tour war. Es kam mal einer auf die Bühne und hat mir die Brille geklaut. Da hab‘ ich ihn in den Schwitzkasten genommen. Und dann haben wir ein bisschen rumgepoltert. Aber: Es ist Humor. Es ist nicht mein privates Vergnügen. Ich muss mich nicht unbedingt prügeln.

Meier Sie stehen im November 19 Mal auf der Bühne, in 15 Städten. Recherchieren Sie vor dem Auftritt über eine Stadt?

Krömer Dafür bin ich, ehrlich gesagt, zu faul. Besser ist es, direkt in der Stadt Eindrücke zu sammeln und die Atmosphäre aufzunehmen. Zum Beispiel am Bahnhof, am Imbiss oder am Kiosk. Da bekomme ich oft viel mit. Und ich bin generell immer im Stand-by-Modus. Aber es ist nicht zwangsläufig so, dass ich dann abends etwas über die Stadt erzähle, in der ich gerade bin. Es muss ja auch lustig sein, sonst ist es so ein bisschen wie einschleimen.

Meier Haben Sie mal in Mannheim etwas Lustiges erlebt?

Krömer Ich hab‘ eher für Verwirrung gesorgt.

Meier Was ist passiert?

Krömer Ich war ein Mal in Mannheim, und an dem Tag gab es ein großes Fest oder so, jedenfalls waren lauter Studenten in der Stadt unterwegs und alle haben rumgebrüllt. Da bin ich raus und hab‘ um Ruhe gebeten – mit einem Megafon. Das hat für Verwirrung gesorgt, weil die alle nicht wussten, wer der Typ da ist.

Meier In Berlin würde Ihnen das wahrscheinlich nicht passieren – als echter Berliner. Hat Sie eigentlich die Wahl dort vor ein paar Wochen interessiert?

Krömer Ja, ich habe per Briefwahl teilgenommen, weil ich drei Wochen in Rumänien war. Ich kann mich sehr gut erinnern, wie ich am Wahlabend über einen Nachrichtenticker erfahren habe, dass die FDP bei 1,8 Prozent gelandet ist. Wir haben dann eine Riesenfeier gestartet und auf den Tischen getanzt. Und selbst die Rumänen, die gar nicht wussten, worum es geht und wer eigentlich diese FDP ist, haben mitgemacht. Fand ich gut.

Interview: Dimitri Taube (MEIER 11/2011)

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