Neustadt

Mit i-Tüpfelchen

Nach der Rundumsanierung des Hambacher Schlosses bietet Küchenchef Benjamin Paus im Restaurant 1832 in neuen Räumen kreative Küche.   

Weit und breit ist kein Wölkchen am sommerlichen Abendhimmel zu erkennen. Nur ein laues Lüftchen umweht das Hambacher Schloss. Der Blick von der Terrasse auf die Weinberge ist atemberaubend. Urlaubsgefühle machen sich breit. Und Vorfreude auf die Kreationen von Küchenchef Benjamin Paus und Sous Chef Waldemar Bitter. Die beiden verwöhnen im gerade eröffneten Restaurant 1832 tagsüber mit regionalen Gerichten, abends mit feiner, kreativer Küche. Wir sind am Abend gekommen. Und den Urlaubsgefühlen und sommerlichen Temperaturen geschuldet beginnen wir mit dem gebratenen Spieß von der Jakobsmuschel mit marinierter Chili-Garnele an Balsamico-Reduktion und Tomaten-Kuskus (€ 13.20) – und sind erfreut: Der Kuskus-Salat ist fein abgestimmt, die Jakobsmuschel saftig angebraten, nur die Chili hat ihren feurigen Charakter ein wenig eingebüßt. Die „Hauchdünnen Scheiben vom Kalbstafelspitz an mit Sesamvinaigrette mariniertem grünen Spargel und Frühlingskräutersalat“ (€ 11.90) sind fantasievoll angerichtet und könnten hauchdünner tatsächlich nicht sein. Nur: Die Sesamvinaigrette ist zu zaghaft abgeschmeckt. Kalb, Spargel, Mangold und Rukola erscheinen so geschmacklich eher blass. Hm. Die gebratene Kalbsleber mit einer Rosmarinsoße an glasierten Trauben und Nüssen mit Kartoffelstampf (€ 19.20) hingegen ist rundum gelungen: die Rosmarinsoße sehr aromatisch, die Leber zart und perfekt angebraten, die glasierten Trauben und Nüsse ein raffiniertes i-Tüpfelchen. Auch das Provencalische Kaninchenragout in mediterraner Soße ist wunderbar. Das dezente Safran-Risotto harmoniert hervorragend mit der Rosmarin- Oliven-Soße zum mageren Fleisch mit Karottengemüse. So soll es sein. Und zuletzt? Noch einmal den Blick schweifen lassen. Einatmen, ausatmen und das Laissez- faire-Gefühl genießen, das sich hier oben auf dem Schloss unweigerlich einstellt. Das erneut mit viel Liebe zum Detail angerichtete Waldmeister-Sorbet mit Pfälzer Rieslingsekt (€ 6.90) passt als erfrischend natürlicher und angenehm süß-saurer Schlusspunkt dann auch sehr schön zu einem gelungenen Abend. Und sollten Sie es doch erst in der kühleren Jahreszeit ins Restaurant 1832 schaffen: Zwar wird es dann nichts mit dem grandiosen Talblick. Da die Innenräume mit ihren hohen Decken, großen Fenstern und weiten Sichtachsen aber durchaus etwas von der Atmosphäre einer Kathedrale haben, steht dem königlichen Speisen auch hier nichts im Weg. [MEIER 07/2011 nih / fotos: hambacher schloss & db]

Restaurant 1832, Hambacher Schloss, Neustadt, tel: 06321 9597880

www.hambacher-schloss.de 

 tägl. 11 – 22 Uhr, ab 11 Uhr regionale Landhausküche, ab 18 Uhr kreative Küche à la carte

Kommentieren

Meine Informationen merken

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz


Kann ich nicht lesen, neues Bild bitte.


Kommentare werden umgehend geprüft und erst dann freigeschaltet.

1 Antwort zu “Hambacher Schloss”

  1. Elke schrieb am Sonntag, dem 4. Dezember 2011 um 15:05

    Wir waren grade im Restaurant 1832 nach dem Besuch des Kindertheaters im Hambacher Schloss, auf dessen Eintrittskarte für einen Restaurantbesuch geworben wurde. Unterirdisch schlechter Service, vergessene Gerichte, mäßig gutes Essen, nur ein Kindergericht, völlige Unflexibilität und unkorrekte Abrechnung. Wir werden nie wieder dort Essen gehen.

Teilen |

Newsletter

Newsletter Abo
Welde_zeigt

Die meistgeklickten Podcasts:

1. Hakims Imbiss
2. ACTA Demo
3. Restauranttester Rach

Promotion

Wellnessurlaub im 4+ Sterne Wellnesshotel an der Mosel