„Yankee goes home / 40 Jahre sind kein Pappenstiel“ sangen F.S.K. 1987 auf ihrem Album „In Dixieland“, auf der Zielgeraden der alten Bundesrepublik. Zwei Jahre später, rechtzeitig zum Anschluss der DDR, folgte die erste Arbeitsbilanz als Doppel-CD: „F.S.K. bei Alfred. 44 Exitos Populares 1980-89“. Was seinerzeit schon eine erstaunliche Repertoire-Landschaft war: No Wave, New Wave, Blues, Polka, R&B, Andy Warhol, Subversion durch Affirmation, dekonstruktive Americana. Mittlerweile ist die Band 31, größer geworden, arbeitete mal mit David Lowery, mal mit Antony »Shake« Shakir zusammen, hat sich Kraut-Rock, Surf, House, Techno und Disco einverleibt: Roxy Munich! Gender Trouble! „Flagge verbrennen (Regierung ertränken)“. Drei CDs („F“, „S“, „K“ - aktuell gefällt „K“ am besten) und 23303 Zeichen großartiger Text von Didi Neidhart, der noch einmal sehr klar macht, was wir den klugen Köpfen in dieser Band alles zu verdanken haben. Das „kybernetische Prinzip der permanenten Revolte“, das „Scheitern vor dem Original“, das Leben in der Referenzhölle der produktiven Missverständnisse und Fantums. Eigentlich haben F.S.K. zuviel Gegenwart, um die Büchse der Pandora zu öffnen. Andererseits: warum sich nicht mal selbst auf die Schulter klopfen? Die Box ist streng limitiert; auf dem Poster steht: „Heute Disco, morgen Umsturz, übermorgen Landpartie“. Da sind wir doch dabei, oder? (diskob/Indigo) UK (5/2011)

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