So stürmisch und kämpferisch der Albumtitel auch klingen mag: Mit ihrem dritten Album „Up, guards and at them“ entfernen sich die Pigeon Detectives aus Leeds weit von hysterischen Indiediscohits und der englischen Singleseligkeit. Und das obwohl mit dem druckvollen Achtelgitarrenkracher „Done in secret“ und dem an den überschlagenden Sound von We are scientists erinnernden „Lost“ immer noch genügend Stoff für wild durchtanzte Nächte und die oberen Positionen der UK Maxicharts vorhanden ist. Doch stehen diese Songs wie selbstverständlich neben kreativ arrangierten Nummern wie dem sich in purem Popwohlgefühl ergehendem „Need to know this“ oder dem sphärischen „Turn out the lights“, das mit Streichern und "Wall of Sound"-Gitarren an die großen Zeiten von Ride und den Stone Roses erinnert. 18 Monate hat sich die Band für „Up, guards and at them“ Zeit gelassen, dafür mehr als 40 Songs geschrieben und die besten zehn zu einem Album zusammengebastelt, das das jugendliche Feuer und die ungestümen Tanztempelhymnen der Vergangenheit gegen langsam gewachsene, mit viel Geduld und treffsicherem Songwriting arrangierte Songs eintauscht. Erwachsenwerden nennt man das wohl, und das gelingt den Pigeon Detectives ausgesprochen gut. „Up, guards and at them“ ist der musikalische Beweis.
CH (6/2011)




