Mutter macht ein Fass auf und fragt den Sohn: "Und? Was machst Du?" Er antwortet: "Ich werde alt und schau mal, was dann kommt. Wahrscheinlich nichts!" Francesco Wilking, bekannt geworden als wirklich großartiger Sänger der wunderbaren Band Tele, legt sein Solo-Debüt vor - und hat den Singer/Songwriter-Blues. Will sagen: Hier gibt es erfrischend altmodische, handgemachte Musik zu hören. „Die blaue Küche“, zum Beispiel, ist von der Komposition und vom Sound Dylan anno 1965/66. Toll! Toll auch die Idee, Caetano Veloso zu covern! Oder mal eine Orgel à la The Band seufzen oder eine Slide-Guitar heulen zu lassen. Die Texte, sowieso klar, haben Wilking-Qualität, gehören folglich zum besten, was man hierzulande überhaupt hören kann. Kurzum: ein großes Album, das erst nach wiederholtem Hören seine ganze Klasse, seine klassische Zeitlosigkeit offenbart. Respekt! (Tapete) UK (MEIER 1/2011)




