Mit Indie hat das nur noch wenig zu tun, was die Decemberists auf ihrem neuen und bereits sechsten Album erklingen lassen. Galten sie 2005 mit ihrem umjubelten Album „Picaresque“ noch als große Hoffnung in Sachen Indierock, so sind Colin Meloy und seine fünf Mitstreiter jetzt bei erdigem Country und ehrwürdigem Folk angekommen. Der ist allerdings so vollgepackt mit jugendlicher Energie, hoffnungsfroher Melodien und purer Spielfreude, dass sich der Staub der Altbackenheit nicht einmal ansatzweise an den durchweg guten Songs festsetzten kann. Von schluchzenden Balladen wie das Pedal Steel umwobene „Rise to me“ bis zum Springesteen-esquen Americana Rock von „Down by the water“ klingen die Decemberists frisch, gelöst und frei von jeglicher Indiedogmatik. Für Freunde von The Hold Steady, Whiskeytown und Wilco ist „The king is dead“ zumindest ein reich gedeckter Gabentisch, der keinen Wunsch übrig lässt.
(Indigo)

C.Hautz (1/2011)

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