Alte Helden! Als das Quartett aus Leeds sein marxistisch unterfüttertes, kreatives Post-Punk-Pulver mit dem Szene-Hit „I Love A Man In A Uniform“ verschossen hatte, herrschte noch der Falkland-Krieg. Danach kam nur noch heiße Luft, davor aber immerhin zweieinhalb epochale Alben voller unmissverständlicher Agitation, harter Gitarren, Dub und Funk. Nachdem sich in den vergangenen Jahren nach und nach viele Protagonisten des Post-Punk mehr oder weniger erfolgreich aus dem Ruhestand zurückgemeldet haben, konnte man das Comeback schon mit Beklommenheit erwarten. Aber „Content“ funktioniert überraschend gut: Die alten Sound-Charakteristika der harten Gitarren und des sich ins Wort fallenden Doppelgesangs verfehlen ihre Wirkung nicht. Die Texte sind erfrischend aktuell. Und nur ganz selten klingen Gang of Four wie ihre Epigonen, die Red Hot Chili Peppers. Und noch seltener, zum Beispiel ab der Mitte des letzten Songs, klingt Andy Gills Gitarre nach Keith Richards. Ansonsten aber: ziemlich heißes Album. (Grönland/RTD) UK (2/2011)




