Ähnlich wie den Futureheads oder The Bravery blieb British Sea Power der kommerzielle Erfolg in Deutschland bisher verwehrt. Und dass, obwohl auch sie in England bis aufs Äußerste abgefeiert wurden bzw. werden und in regelmäßigen Abständen durchaus beachtliche Alben herausbringen. Doch das wird sich jetzt mit ihrem neuen Album „Valhalla dancehall“ ändern. Nicht etwa in kommerzieller Hinsicht, sondern leider nur in Bezug auf die Beachtlichkeit der Musik. Im Gegensatz zum Volumen von „Valhalla dancehall“: Großzügige 60 Minuten werden auf elf Songs verteilt, von denen keiner so richtig überzeugen kann. Der Einstieg beginnt mit den Britrock-Krachern „Who´s in control“ und „We are sound“ zwar energiegeladen und furios, doch ein allzu herbes Bad in verhallter Verzerrung und eine im Soundbrei rein Lautstärke-technisch untergehende Stimme verhindern den Genuss dieses an sich recht passablen Einstiegs. Was folgt, ist eine reichlich überambitionierte Pianoballade inklusive unsäglichem Hardrock-Gitarrensolo. Mit dem schön betitelten „Stunde Null“ wärmen British Sea Power – zugegebenermaßen gelungen – den Schnodderrock der Libertines auf, „Living is so easy“ klingt wie ein Echo & the bunnymen Auftritt im Tigerentenclub und „Once more now“ baut über schlanke elf Minuten eine Shoegazer-Klangkaskade auf, die schon nach wenigen Minuten im Nirgendwo strandet. Natürlich – und hier wird es wieder beachtlich – packen British Sea Power den Hörer auch ab und an am Schlafittchen. So braucht „Thin black sail“ gerade einmal zwei Minuten, um eindrucksvoll eine Vorstellung davon zu geben, wie die Strokes als lärmpeitschende Punkband klingen würden. Im Ganzen ist „Valhalla dancehall“ aber zu lang, zu britisch und zu wenig fesselnd.
(Indigo)
C.Hautz (1/2011)




