Als Lena Meyer-Landrut bei Stefan Raab zum ersten Mal die Castingbühne betrat, schaute sie zu Boden, legte den Kopf zur Seite und begann zu singen: „Ay, ay, ay, ay…“. Nur wenigen Leuten war damals sofort klar: Ein Song von Adele. Lena Mayer-Landrut gewann später den Grand Prix, aber die britische Sängerin, die inzwischen auf vier Grammy-Nominierungen zurückblicken kann und mit „Chasing Pavements“ einen Megahit hatte, kannte auch zu diesem Zeitpunkt noch kaum jemand. Nun ist das zweite Album der jungen, sehr exzentrischen, eigenbrötlerischen, faszinierenden Sängerin aus London erschienen: großartiger Neo-Soul mit Indie-Pop-Aura, introvertiert, sperrig, eigen. Schon beim ersten Hören bleiben Songs wie "Rolling in the deep" oder "Rumour has it" hängen, die eigentliche Qualität und Klasse dieses Albums entwickelt sich aber erst mit der Zeit. Songs wie Irrgärten, Puzzles mit 10.000 Teilen. Verwirrend, faszinierend, überraschend, grandios. (XL/Beggars Group) Utz (MEIER 2/2011)




