Die Landauer Newcomerband im MEIER-Interview
Sie sind jung, sie sind drei, und sie klingen so aufregend, dass nicht wenige Leute meinen, Sizarr seien der beste deutsche Newcomer-Act seit Jahren. Im Herbst wird die Band aus dem pfälzischen Landau ihr Debütalbum vorstellen – MEIER hat Fabian, Philipp und Marc schon mal zum Interview getroffen.
MEIER: Ist die Gründungsgeschichte von Sizarr so bizarr wie der Bandname?
Philipp: Wir kennen uns schon, seit wir klein waren. Marc und ich haben bereits zusammen Musik gemacht, vor zwei Jahren kam dann Fabi hinzu. Er spielte uns ein paar Songs auf seiner Gitarre vor und wir waren begeistert. Das war die Geburtsstunde von Sizarr.
MEIER: Ohne bislang etwas veröffentlicht zu haben, habt Ihr mit Euren Live-Auftritten viel Aufsehen erregt. Der Hype um Sizarr kam ja ziemlich überraschend, seht Ihr das auch so?
Marc: Der Startschuss für Sizarr fiel, als wir bei einem Konzert im Heidelberger Karlstorbahnhof unseren heutigen Manager Martin J.v. Müller kennenlernten – kurze Zeit später spielten wir bereits auf dem Melt-Festival. Da uns die meisten Leute nicht kannten, stellten sie keine Erwartungen an unseren Sound und waren so immer völlig unvoreingenommen. Der schnelle Ruhm hatte somit mehr Positives als Negatives für uns.
MEIER: Ihr seid ja bis vor Kurzem noch zur Schule gegangen. Wie habt ihr den Spagat zwischen Schule und Musik gemeistert?
Fabian: Wir haben gerade unser Abitur gemacht, deshalb stagnierte unsere Musik kurze Zeit. Jetzt stecken wir unsere ganze Energie in die Musik und in die Produktion unseres Debütalbums.
MEIER: Charakterisiert bitte Eure Musik ...
Philipp: Wie bei einem guten Stand mit Süßigkeiten, bei dem man sich von allen Stilen und Klängen etwas nehmen kann. Aus alten Stilen formen wir etwas vollkommen Neues. Da wir noch bei keinem Label unter Vertrag stehen stehen wir unter keinem Erfolgsdruck und haben keine Vorgaben. Unsere Musik spiegelt zu 100 Prozent uns selbst wider.
MEIER: Das Debütalbum erscheint ja voraussichtlich im Herbst. Was könnt Ihr bisher dazu sagen?
Marc: Es ist schwer, etwas darüber zu sagen, weil das Album gerade mitten im Entstehungsprozess ist. Unser Gedanke ist, dass wir das Album vor allem auch für uns machen. Wenn wir selbst davon überzeugt sind, kann uns wenig passieren – auch wenn es der Erwartung der Hörer nicht entsprechen sollte.
MEIER: Ihr habt in diesem Jahr wieder auf großen Festivals gespielt. Was sind die Highlights für Sizarr?
Philipp: Wir freuen uns auf alle Konzerte. Das Melt-Festival neulich war natürlich wieder ein Highlight, wir waren auch schon selbst als Besucher auf dem Melt. Im Oktober beim Iceland-Airwaves-Festival auf Island spielen zu dürfen, ist für uns auch etwas ganz Besonderes.
MEIER: Welche musikalischen Vorbi
lder habt Ihr?
Fabian: Ich bewundere viele Singer-Songwriter und ich hege schon immer eine besondere Liebe zu Arthur Russell.
Philipp: Wir hören auch heute noch viel Hip Hop, aber derzeit am liebsten auch Sufjan Stevens und das neue Album von Lil B.
MEIER: Was ist das Ziel?
Sizarr: Wir wollen ein Mega-Debütalbum veröffentlichen, auch international durchstarten und so viele Konzerte wie möglich spielen.
Interview: Selina Bauer (MEIER 8/2011)




