Rechtzeitig vor seinem selbstveranstalteten Hambacher Musikfest legte der erfolgreichste Exportschlager der Pfalz in Sachen Streichquartett eine piekfeine neue CD zur Feier von Robert Schumanns 200. Geburtstag vor. Dessen große Kammermusikstücke mit Klavier, das Klavierquartett op. 47 und das Quintett op. 44, stammen beide aus dem Herbst 1842 und stehen in Es-Dur. Dabei spielt der – spätestens seit Beethoven - heroische Gestus der Tonart höchstens in der flammenden Eröffnung des Quintetts eine exponierte Rolle. Und obwohl Schumanns Musik hier noch grundgesund ist, bricht sich in den Interpetationen der Mandelrings und der fabelhaften Pianistin Claire-Marie Le Guay romantisches Winden und Zaudern, der Zwiespalt und das Uneigentliche mehr und mehr Bahn. Das Ganze unter der Prämisse eines ungeheuer energetischen Zugriffs, mit aber eben auch ganz irrealen, versponnenen Lyrismen, einem höchst impulsiven Gespür für kontrapunktische Verästelungen im Quintett und himmelstürmendem Drive in den Finali. Auch aufnahmetechnisch ist die SACD die pure Wonne. Eine weitere Mandelring-CD reif für die Insel. (Audite) IW (5/2010)




