Satire von Kristof Magnusson

Meike ist eine junge Übersetzerin des Erfolgsautors Henry LaMarck, die in einer Nacht- und Nebelaktion bei ihrem langjährigen Freund in Hamburg aus- und in ein marodes Haus auf dem Land einzieht. Henry ist ein amerikanischer Erfolgsautor, der demnächst den Roman des 21. Jahrhunderts veröffentlichen wird, aber noch keine Zeile geschrieben hat. Und Jaspeer ist ein deutsche Trader aus Chicago, der den Kollaps seiner Bank mitverursacht.?Drei Protagonisten, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, lässt Kristof Magnusson in seinem Roman zur Wirtschaftskrise aufeinandertreffen.

Um die Eskapaden des Kapitalismus, um Gewinnmaximierung in einer Bank, aber auch im Verlagsbusiness – hier dürfte Übersetzer und Autor Magnusson auf Erfahrungen aus erster Hand zurückgreifen –, um Investment, Optionen, Aktienspekulation geht es. Aber vor allem geht es um Zwischenmenschliches, denn so unwahrscheinlich es auch scheint, die Wege der drei kreuzen sich in Chicago: Meike fliegt los, um den neuen Roman ihres Erfolgsautors persönlich abzuholen. Henry glaubt, im Zeitungsfoto des müden Bankers Jasper endlich die Inspiration für sein neues Werk gefunden zu haben. Und Jasper, der sich bei einer Zufallsbegegnung in Meike verliebt, sieht durch den Kontakt mit Henry seine Chancen bei ihr steigen. Magnusson schildert seine Figuren humorvoll und mit Augenzwinkern, liefert Einsichten in die Finanzwelt und präsentiert eine amüsante und kluge Mischung aus satirischem Finanzkrimi, Romantic Comedy und Roadtrip. Unbedingt lesen!

[Simone Kraft]

* Kristof Magnusson: Das war ich nicht. Verlag Antje Kunstmann. 288 Seiten. € 19.90

 

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