Familienkrimi von Tatiana de Rosnay

"Letzte Nacht, im Hotel, da ist mir etwas eingefallen. Etwas über ..." Dann quietschende Reifen, splitterndes Glas, knirschendes Metall. Ein schwerer Autounfall, bei dem die Fahrerin Mélanie, die diese Worte gesagt hat, schwer verletzt wird, während ihr Bruder Antoine unverletzt bleibt. Beide sind auf dem Rückweg nach Paris nach einem Wochenende auf der Atlantikinsel Noirmoutier, wo sie Mélanies 40. Geburtstag gefeiert haben. In ihrer Kindheit hatten sie die Sommer dort verbracht, seit dem frühen Tod ihrer Mutter vor 30 Jahren jedoch waren sie nicht mehr dorthin zurückgekehrt. Die Fahrt wird zu einer Reise in die Vergangenheit, denn es wird immer deutlicher, wie wenig sie über ihre Mutter wissen, über die nach ihrem plötzlichen Tod in der Familie nicht mehr gesprochen wird. Was hatte Mélanie Antoine sagen wollen? Antoine beginnt, dem Geheimnis nachzuspüren, das ihre Mutter zu umgeben scheint, und entdeckt rätselhafte Liebesbriefe.

Die Bestsellerautorin Tatiana de Rosnay ("Sarahs Schlüssel") schildert Konventionen, familiären Druck und eine verbotene Liebe, Schicksalsschläge und Erinnerungen, Loslassenkönnen und Neuanfänge. Man erfährt, wie Antoine an seiner gescheiterten Ehe zu knabbern und mit seiner Arbeit als Architekt zu kämpfen hat, wie sich seine Beziehung zu seinen pubertierenden Kindern verändert und sein Verhältnis zu seinem Vater, das von Sprachlosigkeit gezeichnet ist, stagniert, aber auch wie er mit der geheimnisvollen Angèle Rouvatier vorsichtigen Neuanfang wagt. Ein bisschen Krimi, ein bisschen Selbstfindungsroman und ein bisschen Lovestory bündelt die in Paris und Boston aufgewachsenen Autorin in einer Geschichte, die berührt, zum Nachdenken anregt und einfach Spaß macht zu lesen.

[Simone Kraft]

* Tatiana de Rosnay: Bumerang. Aus dem Englischen von Angelika Kaps. Bloomsbury Berlin. 384 Seiten. €19.90

 

 

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