Nach den Balkanbeats kommen die „Landlerbeats“! Rainer Binder-Krieglstein alias Binder & Krieglstein nimmt sich auf seinem vierten Soloalbum „New weird Austria“ die Musik seiner österreichischen Heimat vor und verwandelt diese mit allerlei elektronischem Budenzauber und der Hilfe befreundeter Gastsänger und Landsmänner in einen Kessel Buntes. Nachdem Attwenger dem „Sterischen“ vor Jahren schon den HipHop beibrachten und Hubert von Goisern der breiten Masse die Lust am Völkstümlichen wiedergab, nimmt sich „New weird Austria“ nun die Tanzflächen der Nation vor. Denn laut Herrn Binder-Krieglsetin ist das rhythmische Fußstampfen bei einem zünftigen Tanzbodenspektakel schließlich nicht so weit von den stoischen Beats eines Technotempels entfernt. Und Songs wie das pumpende und bläsergetriebene „Frage der Zeit“ oder die groovende, Kuhglockenschallende Kampfansage „Kummst du ma blöd“ passen da nur allzu fein zu einer wild gewordenen Masse tanzender Leiber. Befremdlich wirkt das nur manchmal. Wenn zum Beispiel Gastvokalist Didi Bruckmayr seinem „Austrian English“ in Three strikes“ unter schrägem Gebläse und elektronischen Störgeräuschen allzu freien Lauf lässt. Doch selbst solche Nummern machen noch Lust auf ein selbstveranstaltetes Heufest. Denn auf „New weird Austria“ gelingt die Ehe zwischen Folklore und Moderne reibungslos. Jeder Song ist ein Fest zwischen Bass und Brass und jeder, der sich vorstellen kann, Minimal House gegen die steirische Blockhütte einzutauschen ist hier richtig. [03/2010 Christian Hautz]




