Das rrrrichtiiiiige MEIER-Interview

Paul Panzer? Richtig! Das ist der mit den Telefonstreichen. Mit der Grußfloskel „Ich begrüße Sie!“ und dem lang gezogenen „Rrrrrichtiiiig“ wurde er bundesweit bekannt. Doch Telefonstreiche macht Panzer, der eigentlich Dieter Tappert heißt, schon lange nicht mehr. Stattdessen gibt es ihn live auf der Bühne. Im Januar gleich drei mal im Delta – mit dem Programm „Endlich Freizeit – Was für’n Stress!“.

MEIER: Was machen Sie am liebsten in Ihrer Freizeit?

Paul Panzer: Auf dem Sofa rumhängen. Klingt zwar nicht sehr aktiv, aber ich habe eh gelernt, dass man nicht „rumhängen“ sagt, sondern „chillen“. Das ist ein Fremdwort, heißt aber eigentlich auch nur „rumhängen“. Klingt halt besser, ne.

MEIER: Was geht Freizeit-technisch gar nicht?

Panzer: Alles, was anstrengt und in Arbeit ausartet. Und das passiert schnell. Die ganzen Freizeitgeräte werden ja immer aufwändiger. Eine Unart. Bald brauche ich für einen Tennisschläger einen Pilotenschein.

MEIER: Deshalb also der Nebentitel „Was für’n Stress“?

panzer: Rrrrrrrrrrrrrichtiiiiiiig ... Wenn man genau hinguckt, merkt man: Ich habe recht.

MEIER: Und Strandurlaub? Auch stressig?

Panzer: Sicher. Du liegst schön am Strand, und dann kommen aber ganz schnell die Leute, die dich stören. Erst der Strandmattenvermieter, dann der Rolexuhrenoutletbauchladenmann, anschließend der Sonnenschirmvermieter, und danach der, dem die Sonnenschirme wirklich gehören … Furchtbar.

MEIER: Gibt es denn etwas, das Sie am Strandurlaub mögen?

Panzer: Na, klar. Wenn die Mädchen Volleyball spielen – Bitch-Volleyball.

MEIER:  Bitch-Volleyball?

Panzer: In Pauls Welt heißt „Bitch“ auf Englisch „Strand“ ...

MEIER: Unterscheiden sich eigentlich Paul Panzer und Dieter Tappert in ihrem Freizeitverhalten?

Panzer: Der Dieter Tappert macht auch noch Sport. Als Paul ist mir das aber zu mühsam.

MEIER: Sie sagen: Mit Paul Panzer und Dieter Tappert ist das fast schon so wie bei Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Klingt schizophren ...

Panzer: Ohne den einen kann der andere einfach nicht. Das lässt sich nicht mehr trennen. Selbst privat taucht der Paul immer wieder auf. Wenn meine Freundin zum Beispiel fragt, ob ich die Mülltonne rausgestellt habe, sage ich auch schon mal: Rrrrrrrrrrrrrichtiiiiiiig ...

MEIER: Mit diesem lang gezogenen „Rrrrrichtiiiig“ wurden Sie bekannt. Genauso wie mit „Ich begrüße Sie!“ Im Alltag hören Sie das vermutlich häufig. Nervt Sie das nicht, wenn Sie jeder nachmacht?

Panzer: Überhaupt nicht. Ein Problem habe ich wahrscheinlich erst dann, wenn mich keiner mehr nachmacht. Diese geflügelten Worte haften einem an, klar, aber das finde ich auch schön. Sie haben einen hohen Wiedererkennungswert, vielleicht ähnlich wie bei Franz Beckenbauer und seinem „Schau‘n mer mal“. Vielen anderen geht’s genauso. Manches wirst du eben nicht mehr los – aber: Das ist auch gut so ...

MEIER: Zu Paul Panzer gehört auch ein Sprechfehler. Das „s“ wird oft als „tz“ ausgesprochen. Welche Worte sind dafür besonders geeignet?

Panzer: So bewusst achte ich gar nicht darauf. Meistens tauchen solche Worte aus dem Nichts auf. Spontan. Gestern abend zum Beispiel. Ich hatte einen Auftritt in Frankenthal und habe das Publikum gefragt: „Und, was macht ihr so in eurer Freizeit?“ Sagte einer: „Magnum’tz gucken.“

MEIER: Magnum’tz?

Panzer: Er meinte natürlich die Serie „Magnum“. Ich fand das sehr interessant. Die Leute setzen sich damit auseinander, und ab und zu kommt was zurück. Wenn man mal die Formel dahinter erkannt hat, ist es auch nicht mehr so schwer, das nachzumachen.

MEIER: Am 30. Januar können Sie auch in Mannheim fragen, was die Leute in ihrer Freizeit so machen. Sie treten zum ersten Mal im Rosengarten auf.

Panzer: Ja, bisher war ich immer im Capitol. Mannheim find‘ ich sowieso sehr interessant, mit den lustigen Straßennamen. X, Y, Z, Dingsbums.

MEIER: Was würden Sie den Mannheimern als Freizeitbeschäftigung empfehlen? Auch chillen?

Panzer: Auf jeden Fall. Ich muss sagen: Bei allem, was ich gemacht habe – Chillen ist am besten. Man kann natürlich die ganzen waghalsigen Sachen ausprobieren – wie Marathonlaufen oder Bungee-Springen, bei euch in Mannheim vielleicht vom Wasserturm – aber am Ende landet man doch immer auf’m Sofa.

Interview: Dimitri Taube (MEIER 1/2010)

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