Grammys hin oder her, aber verglichen mit dem umwerfenden Album „Belly of the Sun“ von 2002 waren ihre jüngsten Alben matte Zugeständnisse an den Markt. Gerade deshalb durfte man gespannt sein, ob sich die eigenwillige Sängerin in ihre Rolle als gepflegte Unterhaltungskünstlerin fügen würde oder wieder ihre inspirierte Spurensuche in der Musik des Mississippi-Deltas aufnehmen würde. Die Antwort ist ein klares „Jein“. „Silver Pony“ ist ein merkwürdiger Hybrid aus Studio- und Livealbum, der nur zeitweise überzeugt. Geschmeidig groovende Südstaaten-Roots-Musik mit Blues-, R&B-, Jazz- und Rockelementen, die in ihren besten Momenten auch von Little Feat gespielt sein könnte. Das größte Manko ist Wilsons Stimme, die oft in routinierte Manierismen flüchtet und einem Klassiker wie Charlie Pattons „Saddle Up My Pony“ nicht gewachsen ist. Erst auf der Zielgraden entwickelt sie mit sanft-melodiösen Kompositionen von Luiz Bonfa und Lennon/McCartney Klasse. (Blue Note) UK (MEIER 12/2010)




