Dieser Mann ist nicht zu fassen. Nachdem im Frühjahr „utp“ veröffentlicht wurde, eine komplexe Auftragskomposition von Sakamoto, Carsten Nikolai und dem Ensemble Modern zum Mannheimer Stadtjubiläum 2007, erscheinen jetzt gleich zwei neue Alben parallel. „Playing the Piano“ hält, was der Titel verspricht: Sakamoto spielt seine schönsten Melodien wie „Riot in Lagos“ oder eben den Titelsong aus „Furyo“ solo am Klavier, reduziert und aufs Essentielle romantisch verdichtet. „Out of Noise“, eine erweiterte Dreigabe zum Klavieralbum, ist ein Experiment in pulsloser Ambient-Musik, die an Brian Enos Experimente auf diesem Gebiet anknüpft und auch Spuren zu Christian Fennesz einerseits, Debussy und Satie andererseits legt. Obwohl die Musik beider Alben keine individuelle Handschrift verrät, sind sie doch logische Schritte eines unermüdlich forschenden und gewitzten Avantgardisten, der sich auch nach 30 Jahren seine Neugier und seine Lust an der Unberechenbarkeit bewahrt hat. (Decca/Universal) UK 10/2009

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