Was soll man sagen? Auch das zweite Album von Raz Ohara And The Odd Orchestra ist ganz wundervoll. Alles hier klingt ätherisch zart, schwebt bald fort und kehrt dann zurück wie eine melancholisch gefärbte Erinnerung. Cineastischer als das Debüt ist „II“, raumgreifender; und erstmals hören wir angejazzte Shuffle-Beats. Wenn Ohara mit der hochfragilen und stets wandelbaren Diskretion eines vorsichtigen Soulsängers romantisch enttäuschte Texte vorträgt, ohne deshalb Soul im engeren Sinne zu machen, fragt man sich dieses Mal vor allem eins: Aus wie vielen übereinander gelagerten Spuren ist dieser Gesang gemacht? Er scheint begehbar wie ein dreidimensionaler Raum und hat stets etwas Fremdes an sich - als wäre er nicht ganz von dieser Welt. (Get Physical Music/Rough Trade) SAA 10/2009




