Zweieinhalb Jahre hat Indie-Ikone Norbert Schwefel an seinem neuen Album “Weinheim Tea Party” gearbeitet, das mit elf verspielt-versponnenen und üppig arrangierten Psychedelic-Pop-Perlen überrascht, die sich mit einem aufwändig gestalteten Booklet zu einem Konzeptalbum von fast Pink-Floyd-artiger Dimension fügen. MEIER hat mit Schwefel Tee getrunken. 

MEIER: Die Produktion klingt extrem aufwändig und ausgefeilt und scheint komplett hausgemacht.
Norbert Schwefel: Ja, alles selbstproduziert, in meiner Wohnung im Jungbusch. Auch das Schlagzeug! (lacht) Sind sehr freundliche, verständnisvolle Mitbewohner hier! Ursprünglich wollte ich ein Album machen, das den Geist der britischen Musik von 1972 in sich trägt.

MEIER: 1972?
Schwefel: Das war das Jahr, in dem ich sozusagen musikalisch aufgewacht bin. Da war ich zwölf.

MEIER: Denken Sie da konkret an den Sound einer bestimmten Band oder meinen Sie das eher atmosphärisch?
Schwefel: Eher atmosphärisch. Die Texte sind denn auch weniger britisch, sieht man mal von “Alice im Wunderland” ab, die sich motivisch durchs Album zieht. Ein latenter surrealer Faden. Die Platte lädt halt zum Tee ein.

MEIER: 1972 war ja eigentlich Glam-Rock angesagt. T. Rex und The Sweet. Das meinen Sie aber nicht, oder?
Schwefel: Eher Pink Floyd. “The Dark Side of the Moon” finden ja viele zu mainstreamig, aber die Art und Weise, wie diese Musik produziert wurde, inspirierte mich. In diesem Geist wollten wir arbeiten.

MEIER: Worum geht es inhaltlich?
Schwefel: Um Mannheim, um das Leben im Jungbusch. Aber auch um das Free Festival, das ich auf der anderen Neckarseite veranstaltet habe. Dann geht es noch um die “Queen of Hearts”, eine Liebesgeschichte in einer Zwei-Klassen-Gesellschaft. Alles leicht surrealistisch durchmischt.

MEIER: Warum heißt das Album nicht “Jungbusch Tea Party”?
Schwefel: So ‘ne Art Trotzreaktion, denn ich besitze einen kleinen Schrebergarten bei Weinheim, direkt am Berg. Wenn ich dort so sitze ... Okay, ich war im letzten Jahr gar nicht dort. Das ist echt mein Problem: Ich bin immer so zwiespältig.

Interview: Ulrich Kriest – aus der MEIER Ausgabe März 2009

21.3. Wasserturm, Mannheim, 21, 22.30, 24 & 1 Uhr (Lange Nacht der Museen); Support für Cole (unplugged): 28.3. Bürgerhaus Oppau, Ludwigshafen, 20.30 Uhr, €15.–

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