Schon seit Jahren beben die Tanzflächen Deutschlands unter den pumpenden Beats der Russendiskohits. Wie ein Lauffeuer breitete sich der Mix aus traditioneller Folklore und moderner Musik wie Ska, Dancehall und Punk aus und brennt seither allerorts Club für Club nieder. Seinen Anfang nahm das Feuer um die Jahrtausendwende im Berliner „Kaffee Burger“, in dem der Schriftsteller und Exilrusse Wladimir Kaminer und sein Busenfreund Yuriy Gurzhy die ersten Russendiskoabende veranstalteten und zahllose  Menschen bis in die frühen Morgenstunden mit der Musik aus ihrer Heimat euphorisierte und zum kollektiven Ausrasten brachte.
Letztgenannter ist dabei nicht nur der musikalische Direktor der Diskoabende, sondern vor allem Musiker und Vorsteher der Russendisko Hausband RotFront, eines sieben- bis 20-köpfigen, multinationalen Kollektivs mit der musikalischen Durchschlagskraft einer Wasserstoffbombe. Ihre Liveauftritte sind sagenumwobene, wilde Parties, bei denen meistens nach dem ersten Song der Laden auf dem Kopf und der Großteil des Publikums tanzend mit den Musikern auf der Bühne steht. Mit „Emigrantski raggamuffin“ kam, nach etlichen Samplerbeiträgen, Ende Mai das Debütalbum von RotFront in die Läden und sprengt erwartungsgemäß alle Grenzen.
Schon im gesprochenen Intro – ein Auszug aus einem russischen Berlinreiseführer – heißt es „Berlin erleben und erobern“. Und die 17 folgenden Songs könnten kein besserer Soundtrack für dieses Vorhaben sein. Unter gewaltigen Blechbläsersalven, stampfenden Balkanbeats und Akkordeonklängen erzählen RotFront mal auf Deutsch und mal auf Russisch, Englisch oder Ungarisch vom alltäglichen Wahnsinn in den Straßen und Gassen unserer Hauptstadt. Musikalisch geht es dabei genauso bunt wie in ihrer Heimatstadt zu, kein Genre ist vor dem wilden Haufen sicher. Sei es Ska, Punk, Reggae, spanischer Mestizo, russische Heimatlieder, kolumbianischer Cumbia, Klezmer oder Rock, alles kommt in einen großen Topf, wird dreimal gut durchgerührt und in Form hemmungslos feierwütiger und zwingend tanzbarer Songs kochend heiß serviert.
„Die Musik von RotFront ist nicht nur gut, sie ist auch ein Beitrag in Sachen Völkerverständigung“, so Kaminer über seinen alten Kumpanen und seine Jungs. Mit „Emigrantski raggamuffin“ laden RotFront nicht nur absolut jeden zur Party ein, sondern entledigen sich dazu noch mühelos aller Barrieren und musikalischen Zwänge. Und das auf eine mehr als unterhaltsame Weise. In diesem Sinne: fuel your Sovietoblaster! (Indigo) Christian Hautz

www.rotfront.com

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