Felicitas Hoppes märchenhafte Erzählung

Wer die Bücher von Felicitas Hoppe zur Hand nimmt, findet sich auf dem wackligen Boden fantastischer Fiktionen – man gerät in ihren Texten in ein herrliches Schweben. Oft spielen ihre Geschichten in fernen Ländern oder auf Schiffen, meist sind ihre Figuren auf einer Reise und in Bewegung. Nun aber hat Hoppe einen märchenhaften Platz gefunden, einen kleinen Ort im Wallis, der ihr durch den Spycher Literaturpreis als Stipendiumsbleibe zugefallen ist. Und der eine bisher unerfüllte Sehnsucht nach Einsiedelei zur Blüte bringt, und zwar zur literarischen. Die Sprache lässt sich nämlich von der Sesshaftigkeit nicht zur Ruhe bringen: Es gibt auch weit entfernt von Berlin und zwischen malerischen Bergen genügend Reize, um Hoppes Beschreibungskunst zu entfachen: „Denn dies ist der beste Platz der Welt, wo man morgens das Licht aus hohen Kannen hinunter ins Tal gießt, mittags Schatten hinter hölzernen Läden sucht und abends auf kleinen Terrassen sitzt, um die Entfernungen zwischen Himmel, Gipfeln und Erde zu schätzen, zwischen Weißhorn und Schwarzhorn, zwischen dem dreißigsten und dem vierzigsten Stock, ohne jemals zu einem Ergebnis zu kommen.“

[Ulrich Rüdenauer]

 

Felicitas Hoppe: Der beste Platz der Welt. Dörlemann Verlag. 96 Seiten. EUR 14.80

 

 

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