Lesen Sie hier die neuesten Bücherempfehlungen und -kritiken der MEIER Redaktion.
Ned Merrill ist ein Mann in mittleren Jahren, bestens in Form und beliebt, er hat Familie, Kinder und einen gut dotierten Job – auf den ersten Blick das Paradebild eines Angehörigen der amerikanischen Mittelschicht. Eines Tages taucht er in Badehose bei einer Party von Freunden auf und beschließt, auf seinem Nachhauseweg alle Pools der Nachbarschaft zu durchschwimmen. John Cheever schafft es, von dieser Situation ausgehend, und in einem der amerikanischen Kurzgeschichte eigenen nüchternen Ton nach und nach eine unwirkliche, fast surreale Stimmung aufzubauen: Bei den Begegnungen mit seinen Nachbarn wird nicht nur dem Schwimmer Ned, sondern auch dem Leser immer deutlicher, dass diese lustig... mehr
Nick wuchtet Gewichte, bis der "Rücken knackt und der Kopf zerspringt". Bodybuilding hält ihn vom Nachdenken ab. Genau wie das Saufen unzähliger Biere und Schnäpse. Nach 18 Monaten Haft wegen schwerer Körperverletzung haust er am Rande Kopenhagens in einem schäbigen Wohnheim. Nick ist einer der beiden Protagonisten in Jonas T. Bengtssons zweitem Roman "Submarino", der gerade von Thomas Vinterberg verfilmt wurde. Er ist am Arsch, da macht er sich nichts vor. Ein Opfer traumatischer Kindheitserfahrungen, auch das. Bengtsson hat eine passende Sprache aus knallharten kurzen Sätzen von kalter Schönheit für dieses Leben gefunden. Kein bisschen besser dran ist Nicks heroinabhängiger Bruder.... mehr
Wer die Bücher von Felicitas Hoppe zur Hand nimmt, findet sich auf dem wackligen Boden fantastischer Fiktionen – man gerät in ihren Texten in ein herrliches Schweben. Oft spielen ihre Geschichten in fernen Ländern oder auf Schiffen, meist sind ihre Figuren auf einer Reise und in Bewegung. Nun aber hat Hoppe einen märchenhaften Platz gefunden, einen kleinen Ort im Wallis, der ihr durch den Spycher Literaturpreis als Stipendiumsbleibe zugefallen ist. Und der eine bisher unerfüllte Sehnsucht nach Einsiedelei zur Blüte bringt, und zwar zur literarischen. Die Sprache lässt sich nämlich von der Sesshaftigkeit nicht zur Ruhe bringen: Es gibt auch weit entfernt von Berlin und zwischen malerischen... mehr
Julius Winsome ist einer dieser Holzhüttenbewohner im tiefsten Kanada. Sanft und abweisend zugleich. Naiv und wissend. Harmlos und gefährlich. Ein bisschen unwirklich. Ein Mensch, der von seinen Erinnerungen lebt und bisweilen sehr eigene, nur schwer nachvollziehbare Schlüsse zieht. Er ist niemand, mit dem man sich als Leser schnell anfreunden könnte, obwohl einem nicht viel anderes übrig bleibt – wir betrachten die Welt durch Julius' Augen. Seit dem Tod seines Vaters vor 20 Jahren lebt Julius fast vollständig zurückgezogen; allerdings umgeben ihn 3.282 penibel durchnummerierte Bücher, die Julius von seinem Vater geerbt hat. Und dann ist da noch Julius' Pitbullterrier Hobbes, den er so... mehr
Die Provokation dieses Buches war mindestens so groß wie sein Erfolg: In den USA dauerte es nach Erscheinen von "Portnoys Beschwerden" im Jahr 1969 nur wenige Monate, bis eine halbe Million Exemplare über die Ladentheke gegangen und die Filmrechte verkauft waren. Die Gründe für diesen Erfolg sind nicht schwer zu erraten: Eine solche Mischung aus Komik und Obszönität, schnoddrigem Alltags-Ton und intelligenten Wut-Kaskaden, aufbrausender Wildheit und unnachgiebiger Selbstanalyse hatte man bis dahin weder bei Henry Miller noch bei Philip Roths Vorbild Saul Bellow lesen können. Alexander Portnoy heißt der Ich-Erzähler in Roths Roman – er ist 33, erfolgreicher Jurist und hat seit frühester... mehr
mehr zur neuen Ausgabe
Die meistgeklickten Podcasts:
1. Bülent Ceylan2. Hakims Imbiss3. Restauranttester Rach
Wellnessurlaub im 4+ Sterne Wellnesshotel an der Mosel