Lesen Sie hier die neuesten Bücherempfehlungen und -kritiken der MEIER Redaktion.
Was ist die Liebe? Ein Haus, wie Sonja einmal sagt, das man sich gemeinsam einrichtet? Oder wie Alex meint, ein Ikea-Regal, unvollkommen, mit fehlenden Schrauben? Sonja und Alex sind ein Paar, und alles könnte bestens sein. Doch bereits als sie sich kennen lernen, trifft Alex Iwona. Sie ist ganz anders als die selbstbewusste und attraktive Sonja, spröde und unscheinbar. Alex mag Iwona nicht einmal, doch er fühlt sich zu ihr hingezogen. Sie wird zur Obsession, aber getrieben von der Sehnsucht nach Leben und Liebe ist Alex im Grunde beziehungsunfähig. Als Iwona das Kind von ihm erwartet, das Sonja sich wünscht, kommt es zu einer überraschenden Entscheidung. Aber dann, mehr sei nicht verraten,... mehr
Mit einem Referat fängt alles an. Lou Bertignac, 13 Jahre, hochbegabt mit einem IQ von 160, hat zwei Klassen übersprungen und ist 30 Zentimeter kleiner als ihre Mitschüler. Lou soll ein Referat über ein selbstgewähltes Thema halten. Allerdings hat sie Angst, vor und überhaupt mit Leuten zu sprechen. Unter dem strengen Blick ihres Lehrers stottert sie, sie wolle über Obdachlose in Paris schreiben. Über Frauen, die auf der Straße leben, und eine junge Stadtstreicherin interviewen. Ein sehr gutes, sehr aktuelles Thema. Nur kennt die behütete Lou weder Obdachlose noch junge Frauen, die auf der Straße leben. Da lernt sie No kennen. No ist 18 hat eine zerrüttete Kindheit hinter sich und lebt auf... mehr
William Heller, auch Lowboy genannt, ist gerade aus der Psychiatrie geflohen. Dort hat er 18 Monate verbracht. Jetzt irrt er durch die New Yorker U-Bahn, klettert in die Lüftungsschächte und schaut von unten zum Leben hinauf. Er ist davon besessen, die Welt, die er wegen Erdüberhitzung kurz vor ihrem Ende wähnt, zu retten. Zur Unterstützung seiner Mission hat der 16-Jährige seine Freundin Emily, die er vor eineinhalb Jahren vor eine U-Bahn schubste, vor der Schule abgefangen. John Wray, der 38-jährige US-amerikanische Autor, von dem bereits "Die rechte Hand des Schlafes" auf Deutsch erschienen ist, beschreibt Lowboys Welt als abstruses Universum, das allein aus Chiffren, Codes und... mehr
Experimentelle Literatur steht in den letzten Jahren recht selten im Fokus. Deshalb ist es umso erfreulicher, dass trotzdem Titel auch außerhalb der Welt der Kleinverlage veröffentlicht werden. So wie das Debüt von Barbi Markovic. Die studierte Germanistin aus Belgrad konzipiert ihren Roman "Ausgehen" als einen Remix von Thomas Bernhards "Gehen" von 1971. Sie versteht sich dabei als DJane, die ein fertiges Musikprodukt aufnimmt und bearbeitet, um ein neues Stück zu gestalten, dem dem Ausgangsmaterial huldigt. Markovic überträgt das Bernhardsche Gehen in Wien auf das Ausgehen im Nachtleben von Belgrad. Dafür wendet sie eine schlüssige Methode und einen eher beiläufigen Trick an. Dadurch,... mehr
Fünf nur lose miteinander verknüpfte Geschichten erzählen von Alice und sterbenden oder verstorbenen Männern. Ihr Ex-Freund Micha dämmert unter Morphium dem Tod entgegen. Conrad, vielleicht ein väterlicher Freund, befällt überraschend ein tödliches Fieber, als ihn Alice am Gardasee besucht. Richard in Berlin stirbt so etwas wie einen angekündigten Tod. Alices Onkel Malte hat sich vor ihrer Geburt das Leben genommen. Zuletzt verliert Alice ihren Lebensgefährten Raymond. Über diese Männer und Alices Beziehungen zu ihnen erfährt man kaum etwas. Hermann spart es aus, vielleicht um die Lücke zu zeigen, die der Tod hinterlässt. Alice versucht ihnen in Erinnerungen nahe zu bleiben, und so handelt... mehr
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