Lesen Sie hier die neuesten Bücherempfehlungen und -kritiken der MEIER Redaktion.
Es ist der 15. Juli 1988. Emma und Dexter verbringen am Ende ihres Studiums in Edinburgh eine Nacht und einen Tag miteinander, ohne dass etwas läuft. Eigentlich mögen sie sich, aber sie finden, dass sie nicht zueinander passen, die hitzköpfige, engagierte Emma aus der Working Class und der verwöhnte, labile Sunnyboy Dexter aus der Upper Class. Ihre Wege trennen sich, aber sie wollen Freunde bleiben und Kontakt halten. Knapp 20 Jahre lang begleitet David Nicholls von nun an "Em" und "Dex" und erzählt, was sie jedes Jahr am 15. Juli erleben, gemeinsam oder getrennt voneinander, wie sie sich schreiben, telefonieren, sich treffen, sich knapp verpassen, wie sie sich von einander entfremden und... mehr
Von der amerikanischen Presse als bissige Satire gefeiert, war dem Roman hierzulande kaum Erfolg beschieden. Was nicht zuletzt am wenig verkaufsfördernden Titel "Mr. Bingham sammelt Meilen" (2003) gelegen haben mag. Anlässlich der Verfilmung durch Jason Reitman ("Juno"), mit George Clooney in der Hauptrolle, wagt der Verlag einen weiteren Versuch – mit dem ungleich geschmeidigeren Originaltitel: "Up In The Air". Ryan Bingham ist ein ausgesprochener Vielflieger, ein gut situierter Yuppie, der von Termin zu Termin jagt. Er ist der Mann, der frisch wegrationalisierten Mitarbeitern größerer Firmen Mut spenden soll. Für diese Motivationsspritzen bezahlt ihn die jeweilige Geschäftsleitung. Die... mehr
Los Angeles ist immer noch die Projektionsfläche für amerikanische Autoren. Auch Daniel Depp hat sein Debüt über Erpressung, Gewalt und Sex dort angesiedelt. Mit dem Privatdetektiv David Spandau führt er in "Stadt der Verlierer" eine Hauptfigur ein, die auf weitere Romane vorbereitet. Der ewig schlecht gelaunte Ex-Stuntman im Armani-Anzug und in Cowboy-Stiefeln recherchiert hier zwischen Hollywood-Studios, Mafia-Kreisen und Drogen-Clubs. Kein besonders originelles Setting. Aber der Autor webt ein dichtes Netz von Handlungssträngen. Deutlich wird dabei die Handschrift des Drehbuchschreibers Depp sichtbar. Die Bilder des Romans, sein sarkastischer Blick auf Hollywood und die skurrilen... mehr
Adam Kindred, ein junger, erfolgreicher Klimatologe und Held des neuen Boyd-Romans "Einfache Gewitter", kann sich nur die Augen reiben angesichts der Geschwindigkeit, mit der sein Leben umgekrempelt wird. Zunächst nicht gerade zum Besten, dafür aber zum Erstaunen des Lesers gleich mit, denn die lässige Zwangsläufigkeit, mit der der in London lebende Autor einen Unschuldigen zum einzigen Verdächtigen in einem Mordfall macht, so dass Kindred tatsächlich nichts anderes übrig bleibt, als sich von seinem bisherigen Leben vollständig zu lösen und in den Untergrund zu gehen, das hat erzählerischen Größe, ohne dass der feine Humor auf der Strecke bliebe. "Einfache Gewitter" ist kein herkömmlicher... mehr
Unterwegs in der turkestanisch-sibirischen Eisenbahn: Es geht durch radioaktiv verseuchtes Gebiet, der Reisende hat sich einen Geigerzähler gekauft, der unregelmäßig blinkt und den er – bei sich – seinen kleinen Erzähler nennt. Das Kästlein zeichnet die Strahlung auf, die von der Umwelt ausgeht – genauso wie der Reisende all das aufzeichnet, was um ihn herum geschieht. Dabei gerät das Aufgenommene in eine merkwürdige Schwebe: Die Welt vor den Fenstern bleibt märchenhaft unkonturiert, und der Zug selbst gewinnt eine geradezu unwirkliche, mystische Dimension. Ein Personal wie aus einem Fellini-Film begleitet den Erzähler auf der Reise in die letzten Winkel eines untergegangenen Reichs und... mehr
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