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Der letzte Abschnitt von J. M. Coetzees fiktionalisierter Autobiografie "Sommer des Lebens" besteht aus Notizbucheinträgen. Es sind fragmentarische Lebensspuren des ungefähr 30-jährigen "Protagonisten" John Coetzee. Der Autor erzählt in seiner typisch nüchternen Art in der dritten Person von "ihm" und seinem Vater, von zwei Männern, die zusammen wohnen, nachdem John ruhmlos aus den USA in ein Südafrika der Rassentrennung zurückgekehrt ist. Er schämt sich sehr für dieses Land. Der Vater, der ihm stets ein Fremder war und den er doch zu lieben versucht, ist nach schwerer Krankheit ein Pflegefall. Soll er sich um ihn kümmern oder ihn verlassen? Er muss sich entscheiden... Damit endet das Buch.... mehr
"Letzte Nacht, im Hotel, da ist mir etwas eingefallen. Etwas über ..." Dann quietschende Reifen, splitterndes Glas, knirschendes Metall. Ein schwerer Autounfall, bei dem die Fahrerin Mélanie, die diese Worte gesagt hat, schwer verletzt wird, während ihr Bruder Antoine unverletzt bleibt. Beide sind auf dem Rückweg nach Paris nach einem Wochenende auf der Atlantikinsel Noirmoutier, wo sie Mélanies 40. Geburtstag gefeiert haben. In ihrer Kindheit hatten sie die Sommer dort verbracht, seit dem frühen Tod ihrer Mutter vor 30 Jahren jedoch waren sie nicht mehr dorthin zurückgekehrt. Die Fahrt wird zu einer Reise in die Vergangenheit, denn es wird immer deutlicher, wie wenig sie über ihre Mutter... mehr
Die Hölle sind nicht nur die anderen. Höllenqualen kann einem auch das eigene Unvermögen bereiten. In Simon Axlers Fall ist es die Unfähigkeit zu spielen. Einst ein gefeierter Schauspieler, ein Riese der Bühne, macht er auf den Brettern, die die Welt bedeuten können, seit einiger Zeit eine absurd lächerliche Figur. Er kriegt nix hin, überzeugt niemanden. Seine gespielten Rollen haben sich "aufgelöst in dünne Luft". Woher diese schreckliche Unfähigkeit rührt, weiß er nicht. Verflucht: "Sein Talent war tot." Weil Philip Roth seine Protagonisten nicht selten erbarmungslos scheitern lässt, kommt es für den 65-jährigen Axler noch dicker: Seine Frau verlässt ihn; dem missglückten... mehr
Er war nackt, verdreckt und unempfindlich gegen Kälte. Die Bauern glaubten, er sei eines dieser legendären Wolfskinder. Aber auch unter einer biologisch korrekteren Bezeichnung wurde "l’enfant sauvage", das 1797 in Südfrankreich gefangen wurde, eine wissenschaftliche Sensation. Der offensichtlich im Wald ausgesetzte Junge war ohne Kontakt zu Menschen aufgewachsen. Viktor, so nannten sie ihn, wurde nach Paris transportiert und zu einem Forschungsobjekt erster Güte. Was, so lautete die Frage, ist am Menschen natürlich und wieviel vermögen Kultur und Erziehung? Rousseaus Theorie vom edlen Wilden ließ grüßen. Kein Wunder also, dass T.C. Boyle nicht der erste Großkünstler ist, der sich von den... mehr
In seinem jüngsten, lange nachwirkenden Roman "Der Omega-Punkt" macht es Don DeLillo seinen Lesern wieder einmal nicht zu leicht. So lange man über den Plot auch nachsinnt, er bleibt erratisch. Und genau so soll es sein, sonst wäre es kein "Don DeLillo". Da ist der 73-jährige Gelehrte Richard Elster, "südlich von Nirgendwo" in Wüste, in die er sich zurückgezogen hat, um über die Zeit zu meditieren. Um Zeit geht es auch seinem Besucher, dem jungen Möchtegern-Filmemacher Jim Finley. Elster war während des Irakkrieges für die amerikanische Regierung als eine Art metaphysischer Berater tätig. Finley möchte eine Dokumentation über ihn drehen – kein Schnitt, eine Einstellung: Film in Reinzeit.... mehr
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