Lesen Sie hier die neuesten Bücherempfehlungen und -kritiken der MEIER Redaktion.
Teo ist zu groß für diese Welt, also wäre er am liebsten unsichtbar. Dann trifft er im Süden Argentiniens allerdings auf eine schöne Frau, verliebt sich unsterblich und genießt sein Leben, obwohl über Argentinien weiterhin dunkle Wolken der Diktatur schweben. Sie heißt Patricia, nennt sich Finnegan und hat wie Teo diese Neigung, gelegentlich nicht in Erscheinung treten zu wollen. Also bricht sie beim geringsten Anzeichen von Gefahr die Zelte ab. Ihrer kleinen Tochter Miranda gefällt das gar nicht. Im Moment allerdings geht es ihr ganz gut. Sie lebt mit ihrer Mutter schon eine ganze Weile in Santa Brígida. Miranda hört Sphärenmusik und ist auch ansonsten eine engelhafte Lichtgestalt.Einen... mehr
Wer hätte das gedacht! Stuttgart ist eine spannende Stadt. Denn unter ihrer geschäftig-wohlhabenden Oberfläche stapeln sich die Dramen. Und zwar in den besseren Vierteln. Dort siedelt Anna Katharina Hahn ihren Roman "Kürzere Tage" an: Innenstadtlage, repräsentativ und teuer. Teuer erkauft, könnte man sagen. Denn was so heil und harmonisch erscheint wie die weißen Stuckdecken in den hohen Wohnungen, ist ständig vom Einsturz bedroht.Judith ist vor sich und ihrer Tablettensucht in die Ehe mit einem gut verdienenen Mann geflüchtet. Leonie hat "nach unten" geheiratet. Vielleicht schieben diese beiden Frauen deshalb ihre tollen Kinder wie eine Bugwelle der Rechtfertigung durch "ihr" Viertel, das... mehr
Gnadenlos und bitterkomisch durchleuchtet Heinz Strunk im neuen Roman eine Pubertät im glorreichen Jahr 1977. Ein seltsamer Schriftsteller ist er schon, der Heinz Strunk. Mit “Fleisch ist mein Gemüse” hat der Hamburger einen Überraschungshit gelandet. Schräg, aber genial, da gab es keine zwei Meinungen und keine Schublade, in die das Werk passte. Jetzt legt er nach, mit seinem jugendlichen Helden Thorsten Bruhn. Schon, dass der aus sozial schwachen Verhältnissen stammt, muss man im deutschen Literaturbetrieb als Provokation auffassen. Eine Unterschreitung der Kleinbürgergrenze. Und das noch kombiniert mit Sexualität: bizarr, schmuddelig! Aber der Perversionen nicht genug.... mehr
Wer den Freitod sucht, bricht aus der Logik des Lebens aus. Sagt Jean Améry. Die Figuren in Hans Pleschinskis neuem Roman “Ludwigshöhe” haben alle einen Punkt erreicht, an dem sie aus der Logik ihres Lebens ausscheren möchten. So finden sich gut ein Dutzend Lebensmüder in einer Villa am Starnberger See zusammen – eben auf der Ludwigshöhe, in einem Hospiz ganz eigener Art. Die Hospizleitung haben drei Geschwister inne, und ihre Sterbehilfe-Dienstleistung hat nichts mit Nächstenliebe zu tun, sondern ist reines Mittel zum Zweck: Onkel Roberto nämlich hat den Dreien ein imposantes Erbe vermacht, allerdings unter der perfiden Auflage, dass sie erst einmal Gutes tun müssten und die Villa auf der... mehr
Das deutsche Feuilleton feiert den spanischen Autor Rafael Chirbes gern als einen der größten Gegenwartsautoren seines Landes. Chirbes wiederum hält sich für jemanden, den in Spanien kein Mensch kennt. Weshalb? Der Autor beschreibt den spanischen Literaturbetrieb als korrumpiert, penibel darauf ausgerichtet, einige wenige Namen groß herauszubringen und die anderen unter den Tisch fallen zu lassen. Ein kritischer politischer Autor wie er hätte dort keine Chance. Das ist gewiss ein bisschen übertrieben, sonst wäre Chirbes’ Roman “Krematorium” kaum mit dem Spanischen Nationalpreis 2008 ausgezeichnet worden. “Krematorium” ist das groß angelegte Gesellschaftspanorama, mit dem man rechnen durfte.... mehr
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