Lesen Sie hier die neuesten Bücherempfehlungen und -kritiken der MEIER Redaktion.
Warum ist ein Ableger Europas zur Weltmacht geworden? Warum diese Demokratie ohne Geschichte aufsteigen wird, fragt sich der hochadlige Olivier de Garmont allerdings nicht ganz freiwillig. Die Forschungsreise in die Vereingiten Staaten wird ihm aufgezwungen, um ihn vor den Gefahren der Juli-Revolution von 1830 halbwegs ehrenvoll außer Landes zu bringen. Sein Auftrag: Untersuchung des amerikanischen Gefängnissystems. Nach unterhaltsamer Überfahrt landet er in einer Staatsform, wie sie ihm in Frankreich nicht einmal in seinen Alpträumen untergekommen ist. Gut, im provinziellen New York will ihn keiner unter eine Guillotine legen, aber dass es hier keine gottgegebenen Unterschiede zwischen... mehr
Erzählt wird aus der Perspektive eines 14-Jährigen: Maik aus Berlin Marzahn hält sich für einen Langweiler und Feigling. Seine Klassenkameraden sehen das auch so, behandeln ihn wie Luft. Maiks Mutter fährt regelmäßig auf die so genannte Beautyfarm: Sie ist Alkoholikerin und trägt ihr Los mit Humor. Die Geschäftsreisen von Maiks Vater sind schlecht getarnte Sexausflüge mit einer blutjungen Angestellten. Zumindest kommt der Junge aus gutem Hause. Was man von Tschick nicht behaupten kann, dessen "unförmige Schuhe aussahen wie tote Ratten". Tschick also, der asoziale russischstämmige Schulneuzugang mit kriminellem Hintergrund und weit wehender Alkoholfahne. Ein Außenseiter kommt eben selten... mehr
Die Sätze sind schlicht – leicht zu lesen und noch leichter zu verstehen. Da gibt es wenig heraus zu deuten, da wird nichts weggelassen, um Spannung zu erzeugen. Es gibt keinen faszinierenden Metaphernwildwuchs, der Tonfall sämtlicher Figuren ist überaus ähnlich und die Dialoge sind so nüchtern wie Gespräche zwischen Beamten. Diese Kritik an Büchern Haruki Murakamis ist nicht neu, und seine Fans haben an diesen "Mängeln“ ohnehin nie Anstoß genommen. Gleichwohl wäre es eine schön Überraschung gewesen, hätte der berühmte japanische Autor es bei seinem gut 1.000 Seiten fassenden neuen Roman "1Q84" ausnahmsweise einmal anders gemacht. Einigermaßen spannend ist "1Q84" trotzdem, denn Murakami... mehr
Wer unbedingt weg will und sich tatsächlich auf den Weg macht, sollte sich eigentlich glücklich schätzen. Denn zurück bleiben die, die das nicht schaffen. Weil sie sich selbst im Wege stehen oder weil das Schicksal ihnen in die Quere kommt. So wie Poe, dem besten Freund Isaacs. Er wird einen Mord auf sich nehmen, den er nicht begangen hat. Er tut es für Isaac. Aus der Traum. Autor Philipp Meyer hat Poe und Isaac als gegensätzliche Charaktere von unterschiedlicher Statur entworfen: Hier der muskulöse, durchaus gewaltbereite ehemalige Highschool-Footballstar, dort der filigrane, hochintelligente, sensible Isaac. Isaac entstammt einem reichlich kaputten White-Trash-Elternhaus. Nach dem... mehr
Schweigsam wie die in den düsteren Romanen Cormac McCarthys sind auch die Figuren in Thomas Willmanns Debütroman "Das finstere Tal". Das muss so sein, denn die Finsternis ist alles mögliche, aber niemals geschwätzig. Gleichwohl ist es etwas anderes, trockene Sätze lakonischen Inhalts im Amerikanischen zu lesen als in Gebirgsmundart: "Des is kein guads Zeichen. Da kommt's Übel zu uns." Aber man gewöhnt sich ja an so einiges im Leben; besser auch gleich an eine gewisse Umständlichkeit des Satzbaus: "Schließlich war aber doch der Zeitpunkt gekommen, an dem sich unleugbar bewies, dass er nicht allein war hier im Tal." Hat man sich daran gewöhnt, sich mit diesen Dingen vielleicht sogar... mehr
mehr zur neuen Ausgabe
Die meistgeklickten Podcasts:
1. Bülent Ceylan2. Hakims Imbiss3. Restauranttester Rach
Wellnessurlaub im 4+ Sterne Wellnesshotel an der Mosel