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Der beste Freund des legendären Revolverhelden Wild Bill Hickok heißt Charley Utter. Er ist ein kleiner, eleganter, sanfter Mann, ein Sinnsucher und Melancholiker. Er passt nicht in den wilden, schmutzigen, stinkenden Westen, den der 1943 in Michigan geborene Autor Pete Dexter nach allen Maßgaben literarischer Sinnlichkeit vor uns ausgebreitet hat. Sein Western-Roman "Deadwood" zeigt eine Welt, in der alte Frauen einen Atem haben wie "Sumpfgas" und grobschlächtige Männer nach "toten Tieren" riechen, wenn sie leichenschwer auf einer Prostituierten liegen.Sämtliche Handlungsfäden laufen in Deadwood zusammen. Wer sich von dem Ort entfernt, kehrt früher oder später... mehr
Im Sommer 1976 ist es passiert: Apple lebte damals mit ihrer Hippie-Mutter Ingrid eine Hippie-Existenz am Strand des spanischen Torremolinos. Ingrid fing etwas mit Karl an, dem Bankangestellten aus Hannover mit Frau und Kind – was das Leben der fünf für immer verändern sollte. Als Ingrid 30 Jahre später, nun Hippie-Rentnerin, in das Fischerdorf zurückkehrt, erkennt sie es vor lauter Hotelbunkern kaum wieder. Nicht anders ergeht es Apple, die mit ihrer Freundin Susi angereist kommt, mit den alten Bekannten, die sie dort wiedersieht.So über Frauen und Männer schreiben, das kann nur Doris Dörrie: so komisch, so tragisch, so voller Klischees und doch so wahr. In den Schrullen ihrer Figuren kann... mehr
Nein, eigentlich stimmt an der idyllischen New Yorker Vorstadt Bullett Park überhaupt nichts. Das (scheinbar) Paradoxe: Gerade weil alles stimmt, ist das so. Das Verkehrte, Falsche, Widerliche schlummert dabei nicht so sehr unterhalb der blitzsauber aufgeräumten Oberfläche der Stadt. Auch lauert es nicht unbedingt in den Köpfen und Seelen der Bewohner. Das Verkehrte, Falsche, Widerliche ist nicht zuletzt eine Funktion der interpretatorischen Schärfe John Cheevers, die mehr meint als eine leichte Idiosynkrasie gegenüber vermeintlich heilen Spießerwelten amerikanischer Vorstädte in den 60ern. Der Autor, das weiß man, hasste ebenso wie sein Zeitgenosse Richard Yates die Ordnung einer Welt,... mehr
Wenn eine Geschichte von der ersten bis zur letzten Seite mitreißen soll, darf sie auch manchmal hart am Kitsch vorbeischrammen. Denn da liegen ja die großen Gefühle. Und um die geht es im siebten Roman des 37-jährigen Franzosen Oliver Adam. Große Gefühle in einer urlaubsverdächtigen Landschaft. Allerdings verkeilt in den kleinen, miesen, hinterhältigen Alltag. Es wird Winter, es stürmt, das Urlaubsgefühl hat sich nach Süden verzogen und Paul Anderen bewegt sich im Kreis: Weil seine Frau verschwunden ist und das Geld knapp wurde, ist er mit seinem neunjährigen Sohn und der siebenjährigen Tochter von Paris zurück an die bretonische Küste gezogen. Jetzt dreht er dort im Betrieb seines... mehr
Serge hat eine Leiche im Keller. Keiner ahnt etwas davon. Vielleicht hätte man eine Ahnung davon bekommen können, als der renommierte Werber sich während eines Meetings in der Agentur in die Hosen macht und alle Anwesenden etwas beschämt aus der Wäsche gucken. Serge ist der Anti-Held im neuen Roman von Helmut Krausser, obwohl in dieser wohlaustarierten Geschichte auch andere Figuren Raum für sich beanspruchen: zuallererst Kati, Serges Frau, und David, Serges Kollege, ein Fotograf, der ein Verhältnis mit Kati eingegangen ist. Der Beziehungsstatus dieser drei Mittdreißiger ist kompliziert, ihr Dasein neurotisch. Helmut Krausser hat einen wunderbaren kleinen Roman über die Unmöglichkeit des... mehr
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