K2 Küche & Kunst

Kunst trifft Küche

 

Mit dem Projekt K2 eröffnet im Mannheimer Jungbusch eine spannende Mixtur aus Event-, Party- und Ausstellungsraum. Wer will, kann hier rauschende Ballnächte steigen lassen oder mit Freunden eine Küchenparty feiern. Auch für die Kunst ist reichlich Platz: geplant ist, die Nachlässe Mannheimer Künstlerinnen und Künstler unter der Leitung des früheren Kurators der Mannheimer Kunsthalle Dr. Jochen Kronjäger zu archivieren und wissenschaftlich zu betreuen. 

Die Straße am Neckar entlang ist menschenleer, nur ab und zu rauscht ein Auto vorbei. In der Luft liegt ein leichter Geruch nach Schokolade. Nein, heimelig ist es trotzdem nicht zwischen den Gebäuden der Firma Schokinag und der MVV. Hierher verirrt sich nur, wer ein konkretes Ziel hat. Das weiß auch die Familie Preusche: Ihr gehört das schöne, alte Haus in der Neckarvorlandstraße 17, das lange Jahre das spanische Restaurant “El Cid” beherbergte. Als sich nach dessen Schließung kein adäquater neuer Betreiber finden wollte, beschloss die Familie, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. “Wir sind alle leidenschaftliche Esser und kochen sehr gerne. Daraus entstand die Idee, aus den ehemaligen Räumen des ‘El Cid’ einen Bankettsaal zu machen, der für jede Art von Event zu mieten ist”, erzählt Niloka Preusche. “Auf seiner Geburtstagsfeier hat mir mein Vater dann den Schlüssel in die Hand gedrückt und eröffnet, dass ich ab sofort Geschäftsführerin sei.” Die junge Frau kündigte ihren Job und ist seitdem mit ihrem Lebensgefährten Erkan Sari für das K2 zuständig.
“Bei uns kann man feiern wie zu Hause – nur eben in einem anderen Ambiente”, erklärt die 26-Jährige. Und tatsächlich hat die Ausstattung des großen Saals nichts mit den unpersönlichen Konferenzräumen so mancher Veranstaltungslokalitäten gemein, sondern ist eine gelungene Mischung aus Eleganz und Originalität. Den Boden bedeckt ein großzügiges Karo aus schwarzen und weißen spiegelnden Kacheln, die Wände sind dezent cremefarben gehalten, die hohen Fenster von schweren kieselgrauen Vorhängen umrahmt und von der Decke über der Theke beäugen zwei grün angemalte Krähen das Geschehen. Absoluter Blickfang sind die selbst entworfenen, verspiegelten Lampen mit den ausladenden Hirschgeweihen – alle eigenhändig vom Großvater im Odenwald erlegt.
 Und nicht zu vergessen: Die Kunst! Denn schließlich steht  das Kürzel “K2” für “Küche & Kunst”. Die hängt nicht nur an den Wänden, sondern auch im Depot im Nebenraum. Hier sollen künftig die Nachlässe Mannheimer Künstler wie Elisabeth Bieneck-Roos, Peter Schnatz und Norbert Nüssle unter der Leitung des früheren Kurators der Mannheimer Kunsthalle Dr. Jochen Kronjäger archiviert und wissenschaftlich betreut werden. “Viele Erben sind  entsetzt: Wohin mit den Konvoluten? In ihrer Verzweiflung möchten manche dann am liebsten alles auf einen Acker tragen und ein brennendes Streichholz dranhalten”, beschreibt der  Vorsitzende des Mannheimer Kunstvereins Dr. Rainer Preusche das Dilemma, dem schon so manches Kunstwerk zum Opfer gefallen ist. In K2 soll nun das Erbe vor dem Vergessen bewahrt werden. Geplant sind auch Werkschauen mit anschließender Bewirtung und Sonderführungen.            

[05/2008] Eva Mayer. Fotos: privat   

K2Küche & Kunst
Neckarvorlandstr. 17
68159 Mannheim, 0621 3709530
http://www.khochzwei.de

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Weingenuss jetzt auch zum Hören!

Als interaktives Feature nur auf Essen&Trinken online.
Unser Wein-Journalisten - und ausgewiesener Kenner in Sachen Pfalz - Jens Wagner stellt uns einige liebenswerte Portugieser vor.

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Lu-time

neu in LU

Kulinarische Kombinatorik oder kühler Businesslunch?

Seit April 2007 lädt Ludwigshafens kulinarischer Neuzugang, das Lu-time in eine gemütlich-entspannte Business-Atmosphäre ein. Das Lokal in der Technologiemeile ist das erste Restaurant der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Gag. Den holländischen Chefkoch und Betreiber René Seijerling hat das Angebot der Gag nach Jahren im europäischen Ausland und den USA nach Ludwigshafen gezogen. Das Restaurant mit seiner ungewöhnlichen Lage zu etablieren, sieht er als Herausforderung. Die Karte ist vielseitig und bietet Pasta, Salate, Gegrilltes und Burger, Bagels oder Suppen. Der Mittagstisch wechselt täglich. Eine Besonderheit des Restaurants: Aus jeweils vier bis fünf Gerichten können sich die Gäste ihr eigenes Drei-Gänge-Menü (€ 14.95) zusammenstellen. Das müssen wir probieren und bestellen zunächst einen Meeresfrüchtecocktail mit Krabben, Lachs und Garnelen in einer Thousand-Island-Sauce, der garniert mit Grapefruitfilets auf einem kühlen Eisbergsalatbett daher kommt. Frisch vereint sich die säuerlich-bittere Grapefruit mit der Süße der Cocktailsauce.

Als Hauptgang entscheiden wir uns für das gefüllte Perlhuhnfilet an einer Preiselbeersauce. Der fruchtig-süße Geschmack harmoniert mit dem Perlhuhn und greift das Aroma der saftigen Apfel-Karottenfüllung auf. Zum Dessert gönnen wir uns ein Zimtparfait, das in einer Kombination aus Eierlikör- und Apfelkornsauce unser Menü abrundet. Mit seinem klaren Ambiente findet hier ein junges Publikum den richtigen Rahmen für ein Geschäftsessen.

Das warme Rot der Wände setzt einen Kontrapunkt zum kühlen Glas der Fensterelemente. Die moderne Einrichtung aus dunklem Holz und weißem Leder verbreitet schlichte Eleganz. [05/2008 KW]

Lu-time, Restaurant, Bar, Café, Catering
Donnersbergweg 2, LU-Innenstadt
0621 5705970, http://www.lu-time.de,
Mo bis Fr 9– 21 Uhr, Sa 15– 21 Uhr, So Ruhetag

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Abessinien

neu in der Heidelberger Altstadt

Ein kleines Lokal vermittelt authentisches Afrika – zumindest kulinarisch.
Wären wir heute Abend nicht dienstlich hier, dann hätte es uns wahrscheinlich nicht in dieses Lokal gezogen. Ziemlich versteckt in einer der kleinen, dunklen Nebengassen der Heidelberger Altstadt, verbirgt sich das unlängst eröffnete äthiopische Lokal Abessinien hinter einer schrägen Fensterdekoration aus blinkenden, bunten Lichterschlangen.

Auch im Inneren dominieren besagte Leuchtschlangen, das schlichte Holzmobiliar wird ergänzt von heimatlichen Devotionalien, einer liebevoll gebauten Bambushütte und einem großen Plasma-Bildschirm an der Wand. Außer uns hat sich nur noch ein schüchternes Studi-Pärchen hierher verirrt, trotzdem ist die Atmosphäre angenehm lebendig. Die Karte ist klein, es gibt um die fünf Fleisch- und Gemüsegerichte und die Möglichkeit, die exotisch klingenden Speisen zu mixen. Wir entscheiden uns für eine Kombi aus Lammfleisch, dem Gericht aus Kartoffeln und Kohl und einer Art Gelbe-Linsen-Eintopf (3 Gerichte/2 Pers. € 16.90).

Alles wird auf kaltem Fladenbrot serviert, das wir so noch nie gegessen haben, es erinnert an säuerliche Pfannkuchen und passt hervorragend zu den angenehm scharfen Speisen. Ein Highlight ist das wunderbar exotisch gewürzte Lammfleisch, wir versuchen, authentisch mit den Fingern zu essen und tauchen das Fladenbrot mehr oder weniger gekonnt in die sämigen Saucen.

Unser Fazit: das Abessinien ist eine recht einfache Adresse, Ambiente, Angebot und Service ist etwas für eingefleischte Afrika-Fans. [05/2008 BW] 

Abessinien, Mittelbadgasse 3, HD-Altstadt, 06221 8935660 tägl. 15 – 23, Küche ab 17 Uhr

Shahrayar

Tausendundein Abend im Mannheimer Hotel Wartburg

Orientalisch speisen und von Märchen träumen.

Es war einmal vor langer Zeit ein König, der an einem Feuer saß und Märchen erzählte, das Märchen von Aladin und seiner Wunderlampe oder das von Sindbad dem Seefahrer. Viele tausend Jahre später bringt ein Restaurant viele tausend Kilometer entfernt im Namen des Königs den Menschen etwas von dem orientalischen Glanz nahe, der den Geschichten von Shahrayar und Scheherazade ihren Zauber verleiht. Alles ist golden hier. Durch ein goldenes Tor kommt man in einen goldenen Raum, in dem man sich unter einem Baldachin oder auf schweren dunklen Möbeln niederlassen kann, vom Licht aus goldenen Leuchtern eingestimmt auf alles, was da kommen mag: ebenso süffiger wie angenehm herber libanesischer Rosé (0,2 l € 4.90) und eine erlesene Auswahl aus dem Reich der Vorspeisen syrisch-libanesischer Art: Falafel und Spinattaschen, gegrillte Auberginen und viele andere Kostbarkeiten, die so schöne Namen tragen wie Makanik, Kuschka und Yalangi und sehr nach Knoblauch, Zitrone und schwerem Gewürz schmecken.

19 Taler bezahlt der Gast für sein Mahl, weiterhin bestehend aus einer leichten Suppe aus roten Linsen und einem großen Teller mit zartem Hähnchenfleisch, fruchtig gewürztem Reis und säuerlich zubereiteten Kartoffeln. Man würde satt werden davon, hätte man sich nicht schon nach dem ersten Gang zufrieden zurückgelehnt und durch die große Fensterfront das Treiben auf der Straße beobachtet. Wer die beschwerliche Reise nach Hause an diesem Abend nicht mehr antreten möchte: Zum Restaurant gehört auch eine Herberge. [05/2008 NH]

Shahrayar, F 4.4-11 (im Hotel Wartburg), MA-Innenstadt
0621 120090
Mo bis Fr 16 – 24,  Sa & So 11 – 1 Uhr

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Koi - Füße hoch!

Restaurant Kritik

Das Koi setzt neuen Akzent in der Mannheimer Gastro-Szene
Etwas “ganz Anderes” verspricht das ambitionierte Konzept des Restaurants Koi im N-Quadrat – und hält es auch. MEIER schlemmte entspannt in halb liegender Position und auf insgesamt überraschend hohem Niveau.
“Zieh’ frische Strümpfe an, nachher gehen wir schick essen.” Etwas in dieser Art könnte man schon zu hören bekommen, wenn zum Dinner ins Koi gebeten wird. Hier, im ersten “Liegerestaurant” der Region, bestellt man keinen Tisch, sondern eine Sofa-Insel. Aufrechtes Sitzen ist verpönt, Lässigkeit ausdrücklich erwünscht. Nur Straßenschuhe vertragen sich nicht mit einer blütenweißen, lederbezogenen Wohnlandschaft und werden diskret in Schubladen verstaut. Der Raum ist konsequent durchgestylt, vom Zimmerteich in japanischem Stil über die rechteckig angeordneten Sitzparzellen bis hin zu einer ausgeklügelten Lichtdramaturgie. Bei so viel Raffinesse fühlen wir uns anfangs noch ein bisschen wie im Möbelstudio beim zaghaften Probewohnen, doch die Befangenheit legt sich so rasch, wie der Begleiter den Schlips entknotet. Halt! So etwas tut man doch nicht in einem Restaurant! Tut man eben doch. Hat der freundliche Service nicht gesagt, wir sollen uns wie zuhause fühlen?
Das ist in der Tat erklärtes Ziel von Ashkan Mahmoud, der mit dem Koi-Restaurant den Wohnzimmer-Gedanken einer Cocktail-Lounge mit einem abendfüllenden Menü aus der ambitionierten Crossover-Küche verbindet. Mit einem Cocktail beginnen wir auch, ein fruchtiger Pfirsich-Bellini und eine fein austarierte Kreation namens Saketini (je ? 8.50) aus Reiswein, Wodka und Cointreau setzen gekonnt das Koi-Motto “smell, feel, taste” um. Der Küchengruß, ein gerolltes Stückchen von zartem, sehr aromatischem Lachs mit einem Tupfer Wasabi-Schaum greift das Japan-Thema auf.
Analog zur Situation ohne Tisch und Gedeck ist das Menü über weite Strecken im handlichen Amuse-Bouche-Format konzipiert. Die zehn Gänge (? 49.–) führen uns einmal rund um den Globus. Das Surf‘n‘Turf en miniature mit Garnelenpaste und hauchzartem Rindercarpaccio auf Sesamtoast ist ein witziger Starter, auf den mit einem Petersilienwurzelcapuccino mit starkem Korianderakzent sogleich der erste geschmackliche Trommelwirbel folgt. Apart lagert ein tempura-gleich frittierter Pilz im fluffigen Espuma-Schaum und nach unten hin wird die Kreation immer cremiger und pointierter – aufregend! An der Sushi-Trilogie wird das Küchenteam bestimmt noch etwas feilen, doch die Jakobsmuscheln im grünen Mangoldkleid harmonieren aufs Beste mit gedüns teten Möhren. Ein sanftes Litchi-Sorbet beschließt die Vorspeisen-Serie, wir sinken in die Kissen und freuen uns am Weißburgunder 2005 von Bürklin-Wolf (? 27.–), der den Aroma-Reigen überaus flexibel begleitet.
Wer jetzt noch argwöhnt, dass ein trendiges Gastro-Konzept irgendwann mit dem Anspruch gehobener Kulinarik in Konflikt gerät, wird durch den ersten Hauptgang Lügen gestraft: Der saftige Hoki ist fast perfekt auf den Punkt gegart; Limettenschaum mit Safranfäden, ein interessant gewürztes Gemüsepäckchen und schmeichelndes Süßkartoffelpüree sind optisch wie geschmacklich gut getroffene Beilagen zum Fisch. Bei der Maispoularde auf etwas zu harten Linsen gerät die Crew ein wenig ins Schlingern, fängt sich beim Dessert jedoch sofort. Nach diesem fulminanten Schokoladensoufflé könnte man glatt liegen bleiben. EK.
Koi Restaurant & Club, N 5.2, Mannheim, 0621 12268870, Di – So ab 20 Uhr (Restaurant),  Mi 20 – 1, Do 22 – 3, Fr & Sa 22 – 5 Uhr (Club), http://www.koi-mannheim.de

Mövenpick Restaurant Schloss Heidelberg

Restaurant Kritik

Neustart auf dem Heidelberger Schloss. Die Schlossweinstube - auf der Suche nach dem Profil.

Bisschen unheimlich abends, da oben auf dem Heidelberger Schloss, die Hinweise, wo es lang gehen könnte zur Schlossweinstube nur spärlich. Doch nachdem wir den menschenleeren Schlosshof “durchschritten” und die steile Treppe zum Restaurant erklommen hatten, fanden wir uns in den frisch renovierten aber kaum veränderten, weitläufig möblierten Gemächern des Restaurants wieder. Freundlich begrüßt vom neuen Team und flott mit Karte, Wasser, Amuse Gueule versorgt. Auf der Karte ist auch bei näherem Hinsehen nur schwer eine Linie erkennbar. Heimatverbunden will man vielleicht sein. So findet sich kein Meeresgetier unter den Fischgerichten – mal abgesehen von Thunfischcarpaccio. Vielleicht geht Jens Reimann, einige Jahre Küchenchef bei Manfred Schwarz, sein neues Projekt auch einfach vorsichtig an.
Wir wählen zum Einen das “Riemann-Menu” (Vier Gänge zu € 45.–, drei zu € 39.–) und à la Carte rosa gebratenen top-zarten Kalbstafelspitz mit Sprossen, allerfeinstem Kräutersalat und einer etwas zu kompakten, aber äußerst aromatischen Vinaigrette mit klitzekleinen Gemüsewürfelchen (€ 15.50). Dem folgt ein Hirschrücken-Medaillon unter einer nussigen Brot-Kruste, das leider recht grau und trocken daherkommt. Das konnten die knackigen Gemüse (Schwarzwurzel in sehr viel Butterbröseln geschwenkt, Rosenkohl-Blätter und bestes Selleriepüree) kaum wettmachen. Das Menu wartet mit einem Thunfischcarpaccio als Vorspeise auf, dünn aufgeschnittene zum Glück nicht zu kalte Scheibchen, mit feinsäuerlichen Kapern und einem Zitat von Salat. Dem folgt ein perfekt gegartes, rosa-saftiges geräuchertes Tournedo vom Rind mit jenem leckeren Selleriepüree und feinen schwarzen Linsen. Warum dieses edle Stück Fleisch hatte geräuchert werden müssen, hat sich uns nicht erschlossen. Ein luftiger, lauwarmer Mandelkuchen mit ein wenig Birnensorbet und Holundersauce setzte den perfekten Schlusspunkt.
Der Service ist noch etwas unsicher, insbesondere bei der Weinberatung. Sicher ausbaufähig ist die Weinkarte. Sie bietet Weine aus allen Weinregionen Europas und der neuen Welt, was zur Folge hat, dass die großen Winzer der Region nur schwach vertreten sind. Wir haben einen offenen, komplexen, vollmundigen Grauburgunder vom Kaiserstuhl-Star Heger (€ 3.80, 0,1l) ebenso genossen wie den Spätburgunder Master Etage 2004 vom Kraichgauer Weingut Heitlinger (€ 36.40).
Trotz der noch ambivalenten Erlebnisse können wir mit einem positive Fazit schließen. Insgesamt scheint das Team um Jens Reimann auf einem interessanten Weg, der sich durch ambitionierten Umgang mit den eingesetzten hochwertigen Zutaten auszeichnet. Wir sind nicht nachtragend, wenn das in den ersten Wochen nicht 100 Prozent gelingt und hoffen, dass Heidelberg an diesem einzigartigen Ort endlich die verdiente noble Gourmet-Adresse erhält.

Mövenpick Restaurant Schloss Heidelberg, Schlosshof 1, HD-Altstadt, 06221 8727000, www.moevenpick.com, Di bis Fr 17.30 – 24, Sa & So 11.30 – 15 & 17.30 – 24Uhr

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Corfu Palace

Restaurant-Kritik

In Mannheim-Friedrichsfeld leben aktuell ziemlich genau 5.917 Menschen. Wie viele davon Anhänger der griechischen Küche sind, war bis Redaktionsschluss nicht exakt zu ermitteln. Genügend jedenfalls, um im Familienrat der Vasileious den Entschluss reifen zu lassen, nach sechs Jahren mit ihrem gemütlichen und vor allem kleinen Restaurant “Corfu Palace” drei Ecken weiter zu ziehen, unters Dach des Gemeindezentrums Bernhardushof. Seit Oktober also ist Friedrichsfelds “kleiner Grieche” ein großer Grieche und nun auch eine Adresse für große Friedrichsfelder Familien mit kleinen Hunden, oder kleine Friedrichsfelder Familien mit großen Hunden wie am Abend unseres Besuchs.
Zwar sitzen die Gäste jetzt nicht mehr in trauter Runde alle um einen großen Tisch herum – dass am Charme des Lokals dennoch nichts verloren geht, dafür sorgt zum einen die gediegene, aber geschmackvolle Einrichtung samt Miniatur-Säulen-Repliken an der Wand, so viel Hellas muss sein. Zum anderen verstärkt Familie Vasileiou den Wohlfühlfaktor mit nachbarschaftlicher Herzlichkeit, promptem Service und viel Ouzo. Der wird hier ganz selbstverständlich vor dem Essen und nach dem Essen gereicht, nicht selten auch während des Essens. Fahren muss hier schließlich hinterher kaum einer noch. Auf den ersten Appetitanreger folgt die wohl beliebteste Vorspeise Friedrichsfelds der letzten sechs Jahre, gegrillte Peperoni mit Knoblauch, und Tzatziki (€ 5.–). Nichts für Zimperliche und sehr lecker, Knofel-Soße und der griechische Nationaldip sind ganz frisch angerührt. Auf der Zunge zergeht der aromatisch-milde Schafskäse mit Tomate und Kräutern obenauf, ebenfalls kurz übergrillt und deshalb voll und rund im Geschmack. Der Zwischenschnaps muss ausfallen, schließlich können nicht alle in Friedrichsfeld wohnen. Nahtlos geht es zum Hauptgang über, der rustikal im schmiedeeisernen Pfännchen an den Tisch kommt. Eine Lammpfanne nämlich (€ 12.50), in der vor allem das zarte, lange in Rotwein geschmorte Fleisch von authentischer griechischer Küche kündet. Dies fällt dem Grillteller Olympia (€ 14.–) naturgemäß nicht schwer: Von Souvlaki-Spießen über Rindersteak – ein wenig zu “durch“ und recht defensiv gewürzt – einem ausgezeichneten Lammkotelett bis hin zu Schweinefilet und Cevapcici ist die komplette Fleischtheke Griechenlands präsent. Nach diesem Schmaus wird der nächste Ouzo ohne Zögern und ganz ohne schlechtes Gewissen genossen. Prost, Friedrichsfeld!   
EK.
Corfu Palace im Bernhardushof
Kolmarer Str. 86, Mannheim-Friedrichsfeld, 0621 4819786
tägl. 11 – 14.30 & 17 – 23.30, Mi Ruhetag

Die schärfsten Thais

Im Delta gibt es viele, ausgezeichnete Thailändische Restaurant. Aber wo bekommen wir wirklich authentische Gerichte? Wo die feine, frische Thai-Küche, die unsere Augen tränen lässt und unsere Herzen zum Schmelzen bringt?… MEIER hat sich umgesehen und die besten und schärfsten Thais recherchiert.

  • Supan's Restaurant, Mannheim

Vor 15 Jahren kam Supan aus Thailand nach Mannheim und gilt heute als ausgewiesene Aromaexpertin. In Supan's Restaurant reicht die Bandbreite der Gerichte von sehr scharf bis sehr, sehr scharf. Und darauf sollten sich auch europäische Gaumen einlassen, nach 10 Minuten ist das schlimmste vorbei und dann kann man nicht mehr genug davon bekommen. Auch die Weinkarte ist beachtlich!  (...)
N 3.1, MA-Quadrate, 0621 1567723, Di bis So 11.30 – 15, 17 – 24 Uhr

  • Orchid Royal, Heidelberg

Hier geht es seit vielen Jahren wirklich königlich zu. Ambiente, Speisen, Service, alles vom Feinsten. Zum Beispiel das  “Königliche Curryhuhn” , es wird im Topf serviert und schmeckt sowohl mit grünen wie auch mit rotem Curry gleichermaßen königlich-köstlich. (....)
Bergheimer Straße 137, HD-Bergheim, 06221 161645, Di bis So 11.30 – 14.30, 18 – 24 Uhr

  • Mai Tai, Viernheim

Ein Viernheimer Urgestein. Die Mai-Tai-Familie hat zwar auch in Mannheim eine Filiale, aber Liebhaber der authentischen Thai-Küche bevorzugen das Original. Entspannt geht es hier zu.  Bambus, mit Seide verkleidete Wände, hübsche Schnitzereien …  Als Einstieg empfiehlt sich einer der zahlreichen Cocktails, als Hauptgericht die knusprige Mai-Tai-Ente mit Gemüse, Erdnuss- und Sojasauce oder – für Vegetarier – Frühlingsrollen mit einer fruchtigen Pflaumenmarksauce Pat Priow Wan Tche. (...)
Mainstraße 1–3, Viernheim, 06204 65641,www.maitai-viernheim.de, tägl. 11.30 – 15 & 17.30 – 24 Uhr

Appetit bekommen? Mehr scharfe Thais gibt's im aktuellen MEIER. Und den gibt's überall dort, wo es Bücher und Zeitschriften gibt.

The Talbot

New England Style

Als im September 2007 das  "Talbot" im ehemaligen "Napper Tandy's”" an der alten Brücke eröffnete, mag manch einer die Augen gerollt und sich gefragt haben: Braucht Heidelberg wirklich noch einen Irish Pub? Wer allerdings einen genaueren Blick riskiert, der erkennt, dass es sich hier keineswegs um eines der üblichen pseudo-irischen Lokale handelt. Das Talbot ist nämlich ein English Pub. Simon Wakeling, selbst gebürtiger Insulaner, hat sich mit diesem Laden einen Jugendtraum erfüllt. The Talbot (sprich: Tollb`t) hieß der Pub in Bristol, in dem er als junger Mann seine Initiation in die Welt der Gastronomie erfahren hat. Geschadet hat es ihm nicht, führt er doch seit Jahren mit dem Großen und Kleinen Mohr die größte Partykneipe Heidelbergs. Dass wir uns in einem englischen Pub befinden, wird schon beim Betreten klar – hier ist alles rot-weiß  statt irisch-moosgrün. Und auch die Karte weist englische Klassiker auf, wie beispielsweise "Theakstoon`s Old Peculier" (0,5 l € 4.90) in flüssiger Form oder  Fish`n chips  (€ 9.90 ) in fester Form. Nebenbei schafft es das Talbots, mit den gängigen kulinarischen Klischees über die englische Hausmannskost aufzuräumen. Das "Cottage Pie", ein mit Kartoffelpüree überbackener Hackfleischauflauf (€ 8.90 ) oder das "Banger`s and Mash" (€ 9.90) überzeugen nicht nur den überraschend guten und ehrlichen Geschmack, sondern auch durch die riesige Portionen. Darüber hinaus ist der Pub natürlich mit sämtlichen Annehmlichkeiten ausgerüstet, die auch die irischen Kollegen bieten: alle großen Sportevents auf Großbildfernsehern, Dart und Tischkicker.
MIO. Fotos: Dietrich Bechtel

Haspelgasse 4, 69117 Heidelberg, 06221 6506644
Mo bis Do 18– 2, Fr 18 – 3, Sa 12 – 3, So 12 – 1 Uhr
http://www.the-talbot.de

MEIER fragt nach

Drei schnelle Fragen an …

Simon Wakeling. Engländer, Gentleman, Gastronom (The Talbot) 

Mister Wakeling, was ist eigentlich der Unterschied zwischen einem "Irish Pub" und einem "English Pub"?

Simon Wakeling: Die Grundbausteine sind eigentlich dieselben, Bier, Dartscheiben, Sportfernsehen... Allerdings ist das irische Thema ehrlich gesagt ziemlich ausgereizt. Selbst wenn man auf den Katmandu steigt, findet man oben einen "Irish Pub". The Talbot möchte das Typische eines Irish Pubs mit neuen, englischen Elementen verbinden, etwas, was es so noch nicht gab. Wie kam es zu dem Namen "Talbot"?"Tollb`t", bitte (lacht). Das war die Kneipe in Bristol, in der ich als kleiner Engländer großgeworden bin. Hier habe ich mein erstes Bier getrunken, meinen ersten Rausch gehabt, das erste mal ein Mädchen geküsst... Ich verbinde mit diesem Namen viele schöne Erinnerungen.Was für ein Publikum wünschen Sie sich für das Talbot? Ich wünsche mir, dass das Talbot ein Treffpunkt wird für Native Speaker und Leute, die gerne englisch sprechen. Kein künstlicher Pub, sondern eine authentische Gaststätte, betrieben von einem Engländer. Der Laden soll nicht aussehen, wie sich Deutsche einen typischen englischen Pub vorstellen. Hier findet man keinen Touristenkitsch an den Wänden und kein langweiliges Eichenholz, sondern es soll ein moderner Pub sein, wie er auch so in England stehen könnte. Ein Stück zeitgenössischen Großbritannien. Interview:Mi-Yong Kim. Foto:Dietrich Bechtel

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House of Steaks

Ungewöhnlich ist die Atmosphäre schon für ein Steak-House: Edles, dunkles Holz, eine angenehm dezente, indirekte Beleuchtung, Kerzen auf den Tischen und entspannte elektronische Musik, die man sonst eher in einer Lounge erwarten würde. Wir haben uns alles etwas rustikaler vorgestellt, fühlen uns aber nach kurzer Eingewöhnungszeit ausgesprochen wohl. Der Blick in die Weinkarte zeigt eine kleine und feine Auswahl, aber wir entscheiden uns für ein kräftiges Bier (€ 2.30), wie es sich für einen zünftigen Männer-Abend gehört. Ganz allgemein scheint das Lampertheimer Eck-Haus eine Domäne für Männer zu sein, die sich hier den fleischigen Wurzeln ihres ursprünglichen Jagdtriebes widmen. Als Vorspeise bekommen wir eine Knoblauchajoli mit Weißbrot (€ 3.–). Die ist recht massiv, erfüllt aber ihren Zweck, uns über die Wartezeit zu retten.

Dann kommen die beiden Hauptdarsteller des Abends. Ein mächtiges Porterhouse-Steak (560 Gramm / € 24.15) und ein kaum weniger mächtiges Rumpsteak (€ 16.50). Die Beilagen, eine Folienkartoffel und Pommes Frites, kommen zum Glück separat, so dass nichts von den majestätischen Fleischstücken ablenkt. Diese sind schon rein optisch ein Genuss und lassen einem das Wasser im Mund zusammen laufen, ganz sprichwörtlich. Das Porterhouse-Steak besteht aus einem Stück der hinteren Lende und wird in der Mitte des Knochens in ein Roastbeef und ein Filet geteilt. Das riesige Roastbeef schmeckt würzig und kraftvoll, das kleinere Filet ist zart, zarter, am zartesten. Eine großartige Kombination! Das Rumpsteak ist außen an der Haut knusprig und kross, innen fast so weich wie ein Filet. Die gewünschte Garstufe "zwischen medium und well done" ist auf den Punkt genau getroffen. Zweifelsfrei eines der besten Rumpsteaks der letzten Jahre! Dazu gibt es eine Auswahl an klassischen Steaksaucen. Jetzt gilt es nur noch, mit den enormen Mengen fertig zu werden. Aber schließlich ist das hier ein Männerabend – also ran an das Fleisch!

Andreasstr.12, 68623 Lampertheim, Tel 06206 4221
Di bis Fr 12 – 15, 18 – 24, Sa 18 – 24 Uhr
www.houseofsteaks.de  

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