Todfeinde. Haben wir alle. Superman zittert vor Kryptonit, modeinteressierte Menschen bringt nur eines zum Schlottern: Schnee! Die Leute fragen mich immer „Ist dir nicht kalt?“ und ich schüttle den Kopf, weil man den Winter in einer der wärmsten Städte Deutschlands auch mit drei Pullis übereinander übersteht. Dachte ich.
Dann passierte es: Mannheim, Mittwochmorgen, minus fünf Grad. Weiße Dächer, weiße Straßen. Geht‘s noch? Was sollen wir jetzt bitte anziehen? Kippen wir ‘nen Sixpack Actimel im Vertrauen, dass das mit dem Warmbleiben schon klappt?
Weniger. Also müssen die Klassiker her: Mütze, Schal, dicke Jacke. Die uns wahlweise zu Wollmonstern oder glänzenden Daunenkugeln macht. Können wir uns überhaupt vor Minusgraden schützen, ohne dabei nach Beth Ditto auszusehen? Ja! Sagt die Modeindustrie – und präsentiert das Cape als neuen Freund für Stil bei Eiszapfen-Wetter. Die coole Schwester des Mantels ist nicht viel mehr als ein Überwurf. Gegen die nervigen „Hallo, ich bin ein recycelter Teppich, auf dem sich zwei Wildschweine vergnügt haben“-Ponchos aber ein entspannt edel geschnittenes Stück Wolle. Das mit geschlitzten Armeingriffen auf Taille pfeift. Plus-Size-Dracula lässt grüßen. Oder warum sollen wir darin noch mal anders aussehen als in einem Fatsuit?
Der Schnitt macht‘s. Ehrlich. Damit das Ganze aber nicht in einer unförmigen Stoffschlacht endet, gilt: Leggings statt Flared Leg, Overknees statt Baggy, Heels statt Sneakers. Ein Cape will wie ein Kleid behandelt werden. Oder, noch besser, wie ein Superheldenumhang. Ihr rettet im Cape den Stil der Straße, die Ehre der Fashion-Welt – werdet dabei aber angeglotzt wie Sau. Nun ja. Superman ging‘s auch nicht besser.
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