Trends kommen und gehen. Für gewöhnlich geben sie sich die Klinke in die Hand. Manchmal bleiben sie auch etwas länger. Aber dass sich ein Trend so hartnäckig hält wie die Skinny-Jeans, das ist selten.
Vor fast zehn Jahren löst die Röhre die besonders weit ausladende Baggy- und die Bootcut-Jeans ab. Die sollten das Aufstauchen des Hosenbeins über klobigem Schuhwerk vermeiden, hatten mit dem neuen Jahrtausend aber endgültig ausgedient. Das Skinny-Modell hat länger durchgehalten und gilt bis heute als unverzichtbar – egal ob tief oder in der Taille sitzend, ob zerschlitzt, hell, dunkel,
knöchel- oder überlang, ausgeblichen oder bedruckt. Die Skinny-Jeans sitzt eng und lässt keinen Raum für Kaschierungen. Wer nicht knabenhaft dünn ist, muss zu weiten Pullis greifen, um die Problemzonen zu überspielen, oder wählt Modelle,
die mit ausgeklügelten Naht- und Farbverläufen Kilos wegzaubern sollen.
Hartnäckig. Und Ausdruck des in der Modewelt noch immer dominanten Mager-Ideals. Die Laufsteg-Mode scheint weiter nur für Frauen gemacht wie die Stylistin Rachel Zoe – mit Victoria Beckham und Christina Richie eine der Begründerinnen
des Mager-Looks. Wer nicht kaschieren mag, hungert wie sie, damit aus dem eigenen Körper ein Modekörper wird, und suggeriert damit gleichzeitig, auf der Höhe der Zeit zu sein.
Vermeintlich auf der Höhe der Zeit, denn: Das Skinny-Bild bekommt Risse. Die Frauenzeitschrift Brigitte schickt seit einigen Ausgaben Alltagsfrauen ins Modelrennen. Stars und Sternchen spielen immer mehr mit ihren natürlichen Kurven, Modemagazine widmen Ausgaben mittlerweile ausschließlich Plus-Size-Models. Ist das also vielleicht auch das Ende der Skinny-Jeans? So mancher Fußgängerzone würde ein deutliches Weniger an unschön gequetschten Modejüngerinnen sicher gut tun.
Mehr von Mahret gibt’s auf www.fnart.org





