In Heidelberg fehlen ein paar Telefonleitungen
Heidelberg steht gerne im Mittelpunkt. Das ist irgendwie Tradition. Highlight im vergangenen Jahr war die Sache mit dem Pussy-Club. Doch der Pussy-Club ist wohl nicht mehr gut genug für schräge Schlagzeilen. Deshalb hat man sich dieses Jahr offenbar gedacht: Mensch, dann lass uns doch was Neues probieren. Was richtig Verrücktes. Und zwar: Wir planen ein Neubaugebiet, lassen aber die Telefonleitungen weg. Tja, und nun ist es soweit.
Es geht um das Neubaugebiet „Im Bieth“. In ein paar Zeitungsartikeln ist schon fleißig darauf hingewiesen worden, dass die Protagonisten nicht ganz einig sind, wer denn nun eigentlich schuld ist an dem ganzen Quatsch. Könnte durchaus sein, dass der Schlagabtausch zwischen Stadt und Telekom noch ein bisschen weitergeht – und wieder ein paar Boulevard-Reporter und Fernsehteams in Heidelberg vorbeischauen.
Ein Neubaugebiet ohne Telefonleitungen – eine Zeitung erinnert das Ganze an die Schildbürger. Die haben auch mal was Tolles gebaut (ein Rathaus) – und was Tolles „vergessen“ (Fenster). Die Lösung für das Problem fanden sie aber recht schnell: Sie versuchten einfach, das Tageslicht mit Eimern ins Rathaus zu tragen. Naja, Erfolg hatten sie nicht wirklich. Und die Heidelberger? Wie könnten sie das Problem mit den Telefonleitungen lösen? Vielleicht ja so:
1. Jeder Haushalt bekommt ne Brieftaube spendiert. Mit integriertem WLAN.
2. In Heidelberg wird wieder die Postkutsche eingeführt. Modell 2.0.
3. Der Heidelberger OB und die Telekom rufen Kraken-Orakel Paul an und fragen nach einem Tipp.
4. Die Bürger im Neubaugebiet sollen sich mal nich so haben und dort wohnen bleiben. An ne Klospülung wurde ja immerhin gedacht. Sollte doch wohl fürs Erste reichen.
5. Stadt und Telekom verteilen im Neubaugebiet ein paar Mobiltelefone. Die Rechnungen übernimmt die Krake.
6. In Heidelberg wird ab sofort per Rauchzeichen kommuniziert.
7. Die Bürger im Neubaugebiet schaffen die Telefonleitungen mit Eimern herbei – in Schilda hat’s ja auch geklappt. Naja, fast.
8. Telefonieren wird überschätzt – die Heidelberger suchen sich einfach ein neues Hobby. Zum Beispiel Chatten. Oder Twittern. Oder Dummfick (Fachausdruck für sinnloses Vor-sich-hin-Chillen bei der Bundeswehr).
9. Die Heidelberger suchen sich noch mehr tolle Hobbys. „Bauer sucht Frau“ gucken. Neue Klingeltöne runterladen. Oder: Aus dem Fenster gucken (die wurden schließlich nicht vergessen – anders als bei den Schildbürgern).
10. Die Stadt reißt das ganze Gebiet komplett ab, baut ein paar Meter weiter ein neues und versucht diesmal, auch an die doofen Telefonleitungen zu denken. Vielleicht.
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Mannomann Heidelberg! So langsam sollte man sich über gar nichts mehr wundern.