Tiere als Fußball-Experten

Paul und die Röhrenaale

Tiere galten bis vor Kurzem nicht unbedingt als Fußball-Experten. Wäre ja noch schöner, mit seinem Kaninchen über Fußball zu diskutieren – ja, wo leben wir denn! Seit der Weltmeisterschaft in Südafrika hat sich das aber geändert. Es gelten andere Gesetze. Auf einmal schauen viele Fans genau hin, wenn Tiere ein Fußballspiel tippen. Doch wie alle richtigen Experten liegen auch Tiere mal daneben.

Nehmen wir zum Beispiel die Röhrenaale aus dem Sea Life Center in Speyer. Sie hatten einen Sieg für die deutsche Nationalmannschaft im Halbfinale gegen Spanien, nun ja, „prognostiziert“. Daraus wurde bekanntlich nichts, Röhrenaale aus Speyer haben offenbar doch nicht so viel Ahnung von Fußball. Vielleicht sollten sie’s mal mit Pferdewetten versuchen.

Das hat Paul natürlich nicht nötig. Wer Paul (immer noch) nicht kennt: Paul ist ein Tintenfisch und lebt im Sea Life Center in Oberhausen. Vor der WM hat sich kein Schwein für Paul interessiert. Paul hat täglich auf sein Fresschen gewartet und sonst das gemacht, was ein Tintenfisch halt so macht.

Aber dann fing Paul an, die Deutschland-Spiele richtig zu „tippen“. Es wäre albern, diese „Tipps“ ernst zu nehmen. Eigentlich. Aber es ist ja WM. Deshalb ist Paul kein normaler langweiliger Tintenfisch mehr, sondern das „Kraken-Orakel“. Und das Leben als „Kraken-Orakel“ ist nicht immer leicht. Paul weiß das spätestens seit der – von ihm „prophezeiten“ – Niederlage gegen Spanien. Pech für Paul, denn jetzt wird er von vielen Fans gehasst; es soll sogar welche geben, die ihn in der Pfanne sehen wollen – und es tatsächlich ernst meinen. Insofern können die Röhrenaale aus Speyer also froh sein, dass sie (vielleicht absichtlich?) falsch gelegen haben mit ihrer optimistischen Halbfinal-Prognose.

Doch trotz des Hasses und der Pfanne: Paul und die Röhrenaale sollten weitermachen, am besten schon jetzt alle Bundesliga-Spieltage tippen – bis Weihnachten 2019. Überhaupt sollte es noch mehr tierische Experten geben, nicht nur im Fußball. Die Forschungsgruppe Wahlen aus Mannheim beispielsweise sollte vor der nächsten Bundestagswahl auf den üblichen wissenschaftlichen Schnickschnack verzichten. Und stattdessen einfach einen Zwergotter aus dem Luisenpark fragen, wie die Wahl ausgeht. Spart ne Menge Geld.

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Kommentare

1 Antwort zu “Paul und die Röhrenaale”

  1. Experte schrieb am Freitag, dem 9. Juli 2010 um 15:44

    „Paul und die Röhrenaale“ – wäre auch ein geiler Name für eine Band...

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