All you can fuck in Heidelberg

Figger oder Nicht-Figger?

Das Prinzip ist bekannt: Einmal zahlen und so oft telefonieren wie man will. Flatrate-Telefonieren heißt sowas dann. Oder: Flatrate-Saufen, einmal zahlen und so viel Mineralwasser trinken wie man will. Mittlerweile gibt es so viele schöne Dinge zum Flatrate-Preis, dass es kaum wundern würde, wenn demnächst jemand auf die Idee kommt, eine Auf-die-Fresse-hauen-Flatrate anzubieten. Aber kein Flatrate-Modell macht so viele Schlagzeilen wie das Flatrate-Bordell. Auch in Heidelberg gibt es eins, in Rohrbach, Name: Pussy Club.

Nach „All you can drink” und „All you can eat” heißt es jetzt also „All you can fuck”. Doch vielleicht nicht mehr lange, die Stadt Heidelberg will den Club dichtmachen. Der „Bebauungsplan“ lasse keine „Vergnügungsstätten“ zu, heißt es. Aha. Der Pauschalpreis für Liebesdienste (70 Euro, abends 100 Euro) könnte allerdings weiter für Ärger sorgen; mindestens solange, bis etwas Neues auftaucht, worüber man sich empören kann.

In einer anderen Stadt mit Flatrate-Bordell hoffen einige sogar auf Unterstützung von Kanzlerin Angela Merkel, sie haben ihr einen offenen Brief geschrieben. Nur noch eine Frage der Zeit also, bis sich Obama, der Papst und Michael Jackson in die Sache einschalten. Dabei ist es unfassbar, wer sich bis jetzt schon alles zum Thema Flatrate-Ficken geäußert hat. Na, eigentlich so ziemlich jeder. Hier die knackigsten Expertenmeinungen (Vorsicht, zum Teil aus dem Zusammenhang gerissen):

Da werden menschenverachtende Angebote gemacht.“ (Hat Heidelbergs Oberbürgermeister Eckart Würzner da auch ganz genau hingeschaut? Wir wissen es nicht. Könnte man aber angesichts seiner Wortwahl annehmen. Wobei das Wort „menschenverachtend“ in letzter Zeit auch in ganz anderen Zusammenhängen dahergeplappert wurde.)

Isch bin ne Figger.“ (Sagt Dieter Engel, gebürtiger Kölner und ehemaliger Chef des einst ältesten Bordells in Frankfurt mit dem schönen Namen „Sudfass“. Engel unterschied die Menschen in „Ficker“ und „Nichtficker“. Auch schön sein Satz: „Ich habe das Bumsen vermenschlicht.")

Mehr als zwei Mal schafft kaum ein Mann.“ (Sagt zumindest die Frau, die den Flatrate-Pussy-Club in Heidelberg schmeißt.)

Ich nenne meine Frau Muschi.“ (Sagt: Edmund Stoibär. Ist aber auf gar keinen Fall menschenverachtend gemeint.)

Sex vor dem Spiel? Das können meine Jungs halten, wie sie wollen. Nur in der Halbzeit, da geht nichts.“ (Sagt: Berti Vogts. Wir finden: Vorbildlich. Alles andere wäre auch garantiert abwehrspielerverachtend.)

Mit 40 Stundenkilometern habe ich drei Autos angebumst“ (Diese autoverachtende Äußerung stammt von Ex-Schalke-04-Manager Rudi Assauer, der damit beweist, dass ein Mann auch mehr als zwei Mal schafft – jedenfalls, wenn’s um Autos geht.)

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Kommentare

5 Antworten zu “Figger oder Nicht-Figger?”

  1. menschenachter schrieb am Donnerstag, dem 16. Juli 2009 um 13:46

    na klar Figgär ! ...

  2. Herr Fritz schrieb am Donnerstag, dem 16. Juli 2009 um 21:15

    Na klar... men Gott diese moralinsaure Hölle Baden Württemberg..... schrecklich...

  3. Kaiser schrieb am Freitag, dem 17. Juli 2009 um 09:52

    Witziger Blog (vor allem die Zitate), aber ernsthaft: soviel ich weiß (aus der RNZ) musste der Pussy Puff schon dicht machen. Die rechtliche Grundlage ist aber nicht klar. Finde Flatrateficken auch widerlich, aber Verbote sind noch schlimmer. Was spricht denn juristisch gegen horizontale Flatrate-Dienstleistung ????

  4. Dimitri Taube schrieb am Samstag, dem 18. Juli 2009 um 22:21

    Club dichtmachen geht offenbar doch nicht so schnell wie gedacht ... http://www.bild.de/BILD/news/2009/07/18/richterin-rettet/flatrate-puff.html

  5. Bordell schrieb am Dienstag, dem 2. Februar 2010 um 14:46

    Flatrate-Bordelle sind eine gute Sache. Schließlich müssen die Bordelle ja auch was verdienen. Die Flatrate ist dabei eine gute Marketingkampagne.

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