Deutschland baggert wieder
Ich fand Frau von der Leyen ja eigentlich ganz nett, bis sie dieses Gender-Mainstreaming-Ding zur Staatssache erklärt hat. Auch danach fand ich sie noch nett; exakt eigentlich bis zu dem Zeitpunkt, an dem ich Gender mainstreaming einmal nachgeschlagen habe. Nix gegen Gender mainstreaming – in Afghanistan. Aber die deutschen Metros noch mehr verunsichern? Damit sie noch öfter Prügel und noch weniger Mädels bekommen? Am Ende alle Emo hören, oder wenn nicht, dann zumindest bis zum Auszug aus der elterlichen Wohnung mit Puppen spielen (die aus Stoff)? Ich sah mein Leben vor meinem inneren Auge vorbeiziehen: Meist zog gerade mein Leben vor meinem inneren Auge vorbei. Ich bin Softie, ungewollt. Ist ja nicht so, dass ich nicht alles probiert hätte: eiskalt duschen, mich von sog. „Jugendlichen mit Migrationshintergrund“ verprügeln lassen, oder gerne auch mal beides in Kombination. Hat nix geholfen; ich rede gerne immer noch über alles, manchmal sogar währenddessen.
Irgendwie fand ich es auf der anderen Seite ja auch ganz nett, wenn alle so wären wie ich, bis mir einfiel, dass das wohl jeder über sich denkt. In meinem Fall gäbe es dann definitiv keine Schlägereien mehr, ein Bruttosozialprodukt allerdings auch nicht. Als ich kurz davor war, den deutschen Mann aufzugeben, begann das Lüftchen des Zeitgeistes sich zu regen. Den Anfang habe ich selbst nicht mitbekommen, da ich während der WM den vorgezogenen Winterschlaf hielt. Der neue deutsche Pseudopatriotismus verflüchtigte sich zum Glück so schnell wie er gekommen war, er ließ jedoch einen Koffer stehen. Wie der geruchstechnisch allerdings einzuschätzen ist, weiß ich bis heute nicht. Fakt ist: Der deutsche Mann baggert wieder!
Und damit meine ich nicht das mentale Prekariat, die in der Hinsicht schon immer unbefangener waren. Selbst in Bibliotheksbesucherkreise scheint inzwischen vorgedrungen, dass man mit „Deine Augen sind so -äh- blau, hehehe“ im Zweifelsfalle weiter kommt, als mit einem zwölfbändigen Zyklus selbst geschriebener Lyrik, nach dessen (anonymer) Versendung an die Angebetete man vor Liebesschmerz entweder auswandert oder gleich Selbstmord begeht. Vorausgesetzt, man behält die eigenen Sehwerkzeuge über der Körpermitte des Gegenübers. In manchen Lokalitäten soll angeblich nicht einmal mehr das von Nöten sein.
Da werden Rosen verschenkt und Kusshände, Süßholz geraspelt und gebaggert als gäbe es kein Morgen. Man munkelt, dass die Zahl der einkaufenden Studenten im Handelshof in der Heidelberger Weststadt, die eigentlich bereits alles zu Hause haben, inzwischen mehr als 50% beträgt. Inzwischen gilt als galant, wer vor Handgreiflichkeiten überhaupt noch fragt (wer’s nicht glaubt, sollte mal nach Mitternacht ins Cave gehen). Man sollte ja meinen, die Mädels finden das ganz schrecklich, immerhin liegt die Emanzipation noch nicht so lange zurück. Warum allerdings machen die Betroffenen bei Sätzen wie „Unglaublich, mit was für einem schlechten Spruch der ankam“, dann ein Gesicht wie vorm Süßwarenregal?
Nach reiflichen Überlegungen bin ich auf zwei mögliche Erklärungsansätze gekommen:
Die Welt geht bald unter und jeder ahnt es.
Frau von der Leyens schräge Kindermachpolitik trägt endlich doch Früchte.
Beides nicht wirklich anheimelnde Aussichten, wenn ihr mich fragt.
Jochen Weiland





also: zumindest wer geiteswissenschaften studiert, trifft hauptsächlich auf folgende typen von frauen:
entweder die ultrafeministinnen oder das pflänzchen, dass später mal einen mann und 17 kinder will. erzogen wird auf einer tierfarm, drunter geht es nicht. man kann sich seine spätere rolle als mann schön ausmalen. angesichts solcher formate ist doch gender mainstreaming eine super sache! die rollen von frau und mann werden erweitert und dadurch aneinander angeglichen.
eine frage noch: warum ist baggern ein zeichen neuer männlichkeit und sich anbaggern lassen nicht feministisch? schwebt dem autor vielleicht eine entsexualisierte und nüchterne epoche vor? man wünscht es ihm dennoch nicht!
übrig bleibt: die welt geht hoffentlich bald unter und frau von der leyen war noch nie nett. es gibt da einen test, der den nettigkeitsfaktor von menschen genial austestet: möchte man mit dem- oder derjenigen einen trinken gehen! weenn nein dann: nicht nett!