Welche Party ist die richtige für mich?

Trinken, Tanzen, Turteln

Es soll ja Studenten geben, die mehr Zeit dort verbringen als in Hörsälen: die Heidelberger Studiparties. Was durchaus verständlich ist, da die Erforschung dieser Subkultur schnell die Ausmaße eines Volllzeitstudiums annehmen kann. Für alle, die neben dem Hauptfach Trinken-Tanzen-Turteln noch ein reguläres Studium zu bewältigen haben, hier eine kleine Selektion:

Die Sportlerparty ist inzwischen zu einer Marke geworden, was vermutlich hauptsächlich an den Sportlern selbst liegt. Wer die Besonderheit dieser Festivität in Musikauswahl oder Location sucht, verfehlt meist den Kern der Sache: totale Befreiung von gesellschaftlichen Zwängen, die sich im Gegensatz zur ?Philoparty nicht in Gesprächen über Sinn und Unsinn totaler Enthemmung entlädt, sondern in selbiger. Um es auf den Punkt zu bringen: Wer kann, der tanzt, wer das nicht mehr kann, der flirtet, der Rest ist meist mit Erbrechen beschäftigt. Wer sich nicht unter obigen Typen findet ist vermutlich Antialkoholiker und hat auf der S. nichts verloren.

Die Erasmusfete wird, wie der Name sagt, vorwiegend von Erasmus-Studenten frequentiert, sowie von multikulturell Interessierten aller Fachrichtungen. Eine inoffizielle Umfrage unter dem männlichen Teil der deutschen Gäste brachte zu Tage, dass es weder Musik, noch Getränke oder Location waren, die den Ausschlag für den Besuch der E. gaben. Zu vermuten steht, dass es auch  nicht die männlichen Austauschstudenten sind. Mögliche Vorbereitungsmaßnahmen: Spanisch lernen, exstatisch tanzen und verloren herumstehen üben.

Vermutlich ist die Philo-Party die einzige Heidelberger Studiparty, auf der man auch nachts um halb zwei noch ein vernünftiges Gespräch jenseits der Themen Sex/Alkohol führen kann. Oder, wenn nicht, dann zumindest über die kulturgeschichtliche Relevanz selbiger. Was nicht heißt, dass die überraschend gutaussehende Hegelianerin, mit der man sich die letzten geschätzten vier Stunden unterhalten hat, beidem grundsätzlich abgeneigt wäre. Die im Gegensatz zu Erasmus- und Sportlerfeten anspruchsvolle bis intellektualistische Musikauswahl kann die Anbahnung jedoch erschweren.

Jochen Weiland

Jürgen Wiegand | Freitag, 15. Juni 2007 13:45 | Keine Kommentare »

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