Promotion

Tipps am Rande

Mit einem Flatrate Vergleich können Sie Telefonanbieter für Ihren DSL-Anschluss vergleichen. Auch ein Vergleich von Möglichkeiten einer Baufinanzierung und ein Gasvergleich sind möglich.

Deutschland braucht die Silvesterreform!

Rothändle, Rock und Rudelknutschen

(danke Photocase.de)

Silvester ist ein Phänomen: Als es einem noch am Arsch vorbei ging, war es jedes Mal ein Knaller mit dermaßen viel Alkohol und Sexualität, dass es für den Rest des ereignisarmen neuen Jahres reichte. Bzw. eigentlich schon davor, bloß ohne Sex und Alkohol, dafür aber mit der (gefühlten) Top 1000 im Radio. Da saß ich dann mit meinen Maxell-Kassetten (das waren die Besten, hatte Viktor gesagt, der Kindergeburtstags-DJ war) und verpasste regelmäßig die ersten 15 Sekunden meiner Hits. Wegen dem ollen Kassettenteil meiner Mutter.

Machte aber wenig, denn um elf war ja Mitternacht (um 12 musste ich im Bett liegen). Da gab’s dann 5 Judoferz, die eigentlich Ladykracher heißen. Mit 14 dachte ich auch eine Zeit lang, die Teile hießen Judenferz und traute mich gar nichts mehr zu sagen. War irgendwie auch egal, weil man sich da illegalerweise eh schon die Superböller D kaufte. Das war die Zeit, als man noch böllerte statt knutschte. (Ja, liebe Kinder, so war das damals noch).

In Ladenburg sind wir bekanntlich auf dem Land, so dass die fiese Rumknutscherei erst mit 16 losging, dann aber richtig. Das ganze Jahr lang Taschenbilliard gespielt und dabei auf das Foto der heißen Braunhaarigen aus dem Jahrbuch geguckt und an Silvester trifft man dann meteoritengleich auf die Angebetete. Auf dem Marktplatz. Die hat auch schon ein bissel getankt, ist ja auch zwei Klassen über einem und man macht einen auf James Dean (oder so wie man sich James Dean vorstellt). Tatsächlich knutscht man dann auch unter einer Gloriole aus Lufheulern und „Sternenfeuer ‚Venus’“ und denkt die ganze Zeit: „Wenn ich nicht so saumäßig betrunken wäre, würde ich, glaube ich, einen Herzinfarkt kriegen.“ Eine Woche später macht die Süße dann Abi und verschwindet in Australien. So war das immer. Ich habe Jahre gebraucht um zu realisieren, dass das auch gut so war.

Inzwischen ist es anders. Man IST James Dean (oder zumindest so, wie man ihn sich vorstellt) und zum Knutschen kommt man inzwischen auch unterm Jahr gelegentlich. Man kann Alkohol legal erwerben und illegal auch noch alles andere, was für einen partytechnischen Superböller nötig sein sollte. Man kennt Leute, die Leute kennen, die gut aussehende Frauen kennen, nach deren Partys man keine Sauerei wegmachen muss. Man kotzt meist nicht mehr vor Mitternacht, und wenn doch, kann man die Primärschäden mit einer Koffeintablette richten. Es gibt keine Schlägereien mehr. Fondue statt Chips. Eigenes Zuhause statt Tanke.

Warum ist Silvester trotzdem so stinklangweilig geworden?

Ich meine: gerade deswegen. Man freut sich wie Harry, hat das ganze Haus voller Listen mit Plänen für Silvester, inklusive Vor- und Nachsorge, Gäste- und Einkaufslisten hängen. CDs rausgelegt, die den perfekten Ablauf garantieren und Eintrittskarten für die Afterparty. Tatsächlich ist der Verlauf dann auch meist makellos: Alles ist auch im neuen Jahr noch heil und man bekommt auch am nächsten Tag vom besten Freund nicht nahe gelegt, einen längeren Urlaub zu machen oder vielleicht ganz zu emigrieren. Da ist man ja auch irgendwie froh drüber – dass von der großen Sause allerdings außer einem leicht schalen Nachgeschmack nicht viel übrig bleibt, wundert nicht.

Mein Plan für dieses Jahr daher:
1.    Nur Anti-Lifestyle-Drogen (ALD) wie Underberg, Fernet Branca, Rothändle und Bergadler Pils aus dem Lidl.
2.    Keine eigene Party.
3.    Alle ALD müssen vernichtet werden, bevor die Party aufgesucht wird.
4.    Auf der Party wird die Anlage geentert und ausschließlich Heavy Metal gespielt (oder Slow, für den Stehblues)(oder, natürlich, Top 1000).
5.    Flaschendrehen ist Pflicht für alle.

Wollen doch mal sehen, ob wir den ollen Teen Spirit nicht wieder auf die Beine bekommen...


Jochen Weiland

Jürgen Wiegand | Montag, 03. Dezember 2007 12:37 | 1 Kommentar »

Kommentieren

Meine Informationen merken

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz


Kann ich nicht lesen, neues Bild bitte.


Kommentare

1 Antwort zu “Rothändle, Rock und Rudelknutschen”

  1. Chris schrieb am Montag, dem 3. Dezember 2007 um 17:40

    ach ja, silvester in deutschland... da kommen die erinnerungen zurueck, gute and schlechte, meistens aber gute oder gar keine... vielen dank fuer die reise in die vergangenheit herr weiland und weiter so...
    ach ja es gibt jetzt einen jochen-weiland-blog-fan-club hier in NY, also immer weiter so

Newsletter

Newsletter Abo
Welde_zeigt

Die meistgeklickten Podcasts:

1. Hakims Imbiss
2. ACTA Demo
3. Restauranttester Rach

Promotion

Wellnessurlaub im 4+ Sterne Wellnesshotel an der Mosel